Das Garn mit dem Schmetterling! Filatura Di Crosa – Kilim

 

Filatura Di Crosa, eine traditionelle Garnmanufaktur aus Italien, die bekannt ist für hochwertige und ausgefallene Garnkreationen, hat ein wunderbares Sommergarn herausgebracht: Kilim, eine Mischung aus Jute und Polyacryl. Was mir zu diesem tollen Garn eingefallen ist, könnt ihr in diesem Beitrag lesen!

Dieser Beitrag enthält Werbelinks und Produktnamen.

Es ist schon eine Weile her, da lernte ich Bernd Pottschull auf dem Wollefest in Leipzig kennen. Bernd, ein Hamburgerjung mit Leib und Seele, inclusive Sankt Pauli Feuerzeug, hat in Deutschland die Vertretung für die Garne von Lanartus und Filatura Di Crosa. Ein angenehmes Schwätzchen und viele Infos über die tollen Garne von Filatura Di Crosa führten dazu, dass einige Zeit später ein kleines Päckchen aus Italien bei mir angekommen ist. Darin ein tolles Garn, welches mich vom ersten Moment an begeistert hat. Kilim, eine Garn aus 65% Jute und 35% Polyacryl – ideal für viele Accessoires und Outdoorprodukte.

Ihr kennt ja schon meine Macken und so wisst ihr auch, das ich selten ein Garn gleich verstricken kann. Ich brauch immer ein bissel, bis mir das Garn „erzählt“ was es werden will. So war es auch bei diesem Garn.

Wir sind ja vor einem dreiviertel Jahr umgezogen und nun im Besitz eines wunderschönen Balkons, der sich in eine kleine Blumen- und Kräuter-Oase verwandelt hat. Es war mir schon klar, dass ich etwas für meinen neuen Wohlfühlplatz nadeln möchte. Da irgendwann der Platz zum Stellen rar wurde, kam mir die Idee einer Hängeampel – so hieß das früher mal und man hat gleich altmodische Makramégehängsel vor Augen. So sollte es nicht werden, also ein Hanging-Basket, auch ein Gehängsel, aber etwas anders und wie ich finde hübscher.

Als Rohmaterial brauchte ich knapp 2,5 Stränge Kilim,eine Häkelnadel, einen Drahtkorb zum Aufhängen und eine Kokoseinlage. Drahtkorb und Kokoseinlage bekommt ihr in dem netten Internetkaufhaus oder wie ich, meinen Drahtkorb habe ich für ganz kleines Geld auf dem Trödelmarkt gekauft.

Es sollte schlicht sein, aber schön! Ich habe also einfach nur den Korb mit Stäbchen „eingehäkelt“. Wie eine große Mütze. Der Rand der Korb-Mütze ist am Rand des Drahtkorbes festgehäkelt. Ich habe aber den Endfaden nur ganz locker vernäht und etwas länger im Inneren des Korbes gelassen, so dass ich die Korb-Mütze leicht wieder vom Drahtkorb trennen kann, sollte es nötig sein die Mütze mal zu säubern. Gehäkelt ist es ganz leicht an einem schönen Sommerabend inmitten meiner Kräuter.

Bei 65% Jute habe ich mir das Garn sehr viel „kratziger“ vorgestellt, aber dieses ist nicht der Fall. Ich würde jetzt auch keinen Pullover oder Loop herstellen, aber es fasst sich doch sehr angenehm an. Der Juteanteil ist relativ naturfarben und den Hingucker gibt der Polyacrylanteil, der als farbige dünne Fäden um die Jute verzwirnt ist. Verschiedene farbige dünne Fäden, die harmonisch aufeinander abgestimmt sind, geben dem Garn ein tolles Aussehen.

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Das Garn wird als Strang verkauft, es ist aber paktikabler es vor Beginn zu einem Knäuel zu wickeln. Bei 65m auf 100g lohnt sich der Einsatz von Wickler und Haspel nicht. Es lässt sich so auch sehr gut aufwickeln und das Garn, so man es glatt auf den Tisch legt, neigt auch nicht so sehr dazu sich zu der berühmten Wollkotze zu verwandeln. Auch ich habe das geschafft ohne einen Nervenzusammenbruch zu erleiden, obwohl ich sonst absoluter Spezialist für die Produktion von riesigen undefinierbaren Gebilden von ineinander verknotetem Garn bin. Ich erinnere mich NICHT gerne an einen wunderschönen Sommerabend in einer schnuckeligen Pension in London, wo ich „mal eben schnell“ einen Strang Sockenwolle wickeln wollte und fast schon in Tränen ausgebrochen war, als mein Mann es dann in stundenlanger und mühevoller Kleinarbeit auseinanderfrickelte und es ein hübscher Strang wurde. Danach brauchte er nicht mehr viel Überredung, dass die Strickerin von heute dringend eine Haspel und Wickler braucht! Also, keine Panik, wenn ich das geschafft habe, kriegt ihr das locker hin!

Das Garn ließ sich sehr angenehm verarbeiten und auch nach längerem Häkeln hat man keine „Blessuren“ an den Fingern, da das Garn ja doch schon etwas grober ist. Aber auch hier sind es, denke ich, die Polyacrylfäden, die das Garn weicher machen als Jute pur. Das Garn war regelmäßig und hatte keine störenden Auffäligkeiten wie Knoten oder unregelmäßige Stärke. Alles in allem eine angenehme Häkelarbeit.

Jute ist eine 100% Naturfaser und wird aus einer einjährigen Pflanze, der Corchorus, gewonnen. Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet ist sie heute in Asien, besonders in Indien und Pakistan, und in Afrika zu finden. Da sie zum Wachsen ein immerfeuchtes, tropisches Klima braucht, wird sie, zumindest noch, nicht in Mitteleuropa angebaut. Die Faserlänge variiert zwischen 1,50 und 3m, je nach Stängellänge. Die Pflanze wird ohne Pflanzenschutzmittel angebaut. Nach der Ernte wird die Faser für ca. 20 Tage „geröstet“ und dann von Hand ausgelöst.

Als Naturfaser ist die Jute 100% biologisch abbaubar. Sie kann ein vielfaches an Wasser aufnehmen und hat eine niedrige Dehnbarkeit. Was positiv ist, z.B. für die Herstellungen von gestrickten oder gehäkelten Taschen oder Beuteln. Die Faser lässt sich sehr gut färben, ist aber leider fäulnisanfällig. Was in der Regel für uns nicht so zu beachten ist, da wir selten unsere Projekte tagelanger Feuchtigkeit aussetzen, aber für meinen Korb oder auch für Outdoor-Teppiche sollte man das durchaus auf dem Schirm behalten. Ich habe mich aus diesem Grund auch dazu entschlossen, meine Pflanzen mit einem Übertopf in den Korb zu stellen. Erstens kann ich sie so zur Pflege herausnehmen und gut händeln und dann ist die Gefahr nicht gegeben, dass es bis zum Garn durchweicht.

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Sollte man das Hanging-Basket frei hängen wollen, so ist das auch zu beachten, bei mir hängt es unter dem drüberliegenden Balkon. Leider kann ich euch kein Bild vom eigentlichen Platz machen, also hängend, weil ich sonst die Fenster des Nachbarn direkt mit drauf habe und das fände ich persönlich auch unangenehm, so habe ich es auf den Tisch gestellt und man kann  es besser in seiner ganzen Pracht bewundern.

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Filatura Di Crosa ist in Italien eine sehr bekannte Marke für hochwertige Handstrickgarne. 1939 wurde die Firma von Ettore Fileppo in Crosa, einem kleinen Ort in der Region Piemont, gegründet. Von Anfang an war es das Bild des kleinen wunderschönen Schmetterlings, der das Markenemblem der Wolle wurde. In den 50er Jahren erweiterte sich das Spektrum an Produkten und die Söhne des Gründers vergrößerten die Firma. 1968 verursachte eine große Flutkatastrophe das völlige Erliegen der Produktion. Aber hiervon ließen sich die Eigentümer nicht entmutigen und nutzen es zur Modernisierung und einem Neuanfang der Garnherstellung. Seit den 70er Jahren expandierte die Firma immer mehr über den gesamten Erdball und namhafte Designer wie Valentino und Versace verwenden für ihre Kollektionen Garne von Filatura Di Crosa. Heute ist Filatura Di Crosa weltweit bekannt für qualitativ hochwertiges Garn, hergestellt aus den besten Rohmaterialien. Der Schmetterling ist auf der ganzen Welt ein Zeichen für beste Handstrickgarne. Der Firmensitz ist heute in Sandigliano, ebenfalls in der Region Piemont.

Das Garn hat bei einem Gewicht von 100g eine Lauflänge von 65m. Der Preis liegt bei 11,25 Euro, was es nicht zu einem preislichen Leichtgewicht macht, aber die vielfältigen Möglichkeiten und das Material rechtfertigen meiner Meinung nach den Preis.

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Wenn ihr nun auch Lust habt dieses Garn einmal auszuprobieren, dann könnt ihr es hier erwerben. Auf meiner Facebookseite wird es auch ein Gewinnspiel geben, wo ihr drei Stränge Kilim gewinnen könnt!

Ich bin schon sehr gespannt,

was ihr so alles aus dem tollen Garn zaubert!

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike