„Schwert und Krone – Meister der Täuschung“ von Sabine Ebert

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Das  neue Buch der Bestsellerautorin Sabine Ebert entführt uns ins Mittelalter, diesmal in die Zeit Konrads von Staufen und des noch jungen Friedrich Barbarossa. Eine Zeit voller Kriege, Ränkespiele und Intrigen um die Herrschaft im römisch-deutschen Kaiserreich.

Der mehr als gelungene Auftakt einer historischen Saga zu Zeiten des Kampfes um die Kaiserkrone im römisch-deutschen Reich und die Geschichte um Kaiser Friedrich Barbarossa!

4. Dezember 1137: „Der Kaiser ist tot, es lebe der König!“

Während eines Feldzuges stirbt Lothar III, König und Kaiser des römisch-deutschen Reiches. Damals war es so üblich, dass der neue König in einer Fürstenversammlung gewählt wurde. Oft war es der männliche Nachkomme, doch Lothar hatte nur eine Tochter. So brach er alle Regeln und bestimmte noch auf dem Sterbebett seinen Schwiegersohn Heinrich den Stolzen zu seinem Nachfolger und zum neuen König. Er übergab ihm gleich die Reichsinsignien und alles schien erledigt.

Doch so einfach war die Sache nicht, denn da gab es noch jemanden, der für sich den Thron beanspruchte; Konrad von Staufen. Hatte er doch schon mitansehen müssen, wie Lothar seinem Bruder Friedrich II. von Staufen den Thron abspenstig machte und beide Brüder in tiefer Demütigung vor Lothar ihre Treue bekennen mussten.

Die Zeit damals war durchaus als intrigant zu bezeichnen, und so mischte sich auch die Kaiserinwitwe Richenza von Nordheim ein und versuchte mit allen Mitteln, ihren Schwiegersohn und ihre Tochter auf den Thron zu bekommen. Und „mit allen Mitteln“ war damals durchaus wörtlich zu nehmen, denn vor Mord, Intrigen, Krieg und sonstigen Ränken machte man nicht halt. Alles war erlaubt, nur allzu offensichtlich durfte es nicht sein.

Doch es gab noch eine Mutter, die unbedingt wollte, dass ihr Sohn zu mehr Macht kam: Eilika Billung von Sachsen wollte ihren geliebten Sohn Albrecht den Bären unbedingt als Herzog von Sachsen sehen. Dieses Amt hatte aber leider schon Heinrich der Stolze und als König würde er es sicher nicht freiwillig abgeben. So ließen sich Mutter und Sohn auf die Seite von Konrad von Staufen ziehen, der Albrecht im Gegenzug das Herzogtum Sachsen versprach, und ließen nichts unversucht, um ihm die Thronbesteigung zu ermöglichen; auch hier schreckte man vor keinem Mittel zurück.

Zwei ehrgeizige Mütter und noch diverse intrigante Geistliche sollten nun eigentlich genug sein, die sich gegenseitig bekriegen. Aber auch die einzelnen Herrscher der verschiedenen Gebiete mischten kräftig mit. War es doch auch in ihrem Interesse, zu mehr Ruhm und Macht zu gelangen. So wurde also in allen Gebieten intrigiert, gemauschelt und überlegt, auf welche Seite man sich nun schlägt und wer die größten Chancen hatte, diese Wahl zu gewinnen. Nicht außer Acht zu lassen sind natürlich familiäre Verpflichtungen, die manchmal ziemlich lästig sein konnten.

Nicht immer konnte man sich darauf verlassen, dass die „Familie“ auch wirklich zu einem steht. Wobei das Wort Familie damals durchaus weit zu ziehen war, denn irgendwie waren doch alle mit allen verwandt. Auch der junge Heißsporn Friedrich, den man später Barbarossa nannte, musste genau überlegen, wohin er seine Loyalität verteilte.

Es war also ganz schön was los Anfang des 12. Jahrhunderts im Kaiserreich. In der Zeit war es wichtig für alle Beteiligten, dass man immer genau Bescheid wusste und wie geht das am besten – mit einem Spion! Spielmann Lukian aus Meißen konnte sich meist unerkannt überall hin bewegen und hatte immer ein Ohr an der richtigen Tür. Seine Loyalität gehörte Konrad von Wettin, Markgraf  von Meißen und der Lausitz, aber auch Richenza und der eine oder andere Geistliche hörten gerne die Balladen des Spielmanns und geheim natürlich die ein oder andere Information. Doch solch ein Leben ist nicht ohne Gefahr und es droht einem immer der Strick, wenn man nicht genau achtgibt.

Wenn man dann einmal den Königsthron hat, so ist man durchaus nicht in sicheren Gewässern unterwegs, denn so leicht lassen sich die Gegner nicht abschrecken und kaum schaut man nicht hin, zetteln der Gegner und seine Verbündeten einen Krieg an und man muss um seine Macht kämpfen. Seitenwechsel zum eigenen Vorteil oder aus Zwang waren keine Seltenheit. Auch Vermählungen waren ein gerne benutztes Mittel, um sich Gefolgsmänner zu sichern. Heirat aus Liebe gab es selten und Verlöbnisse noch im Kindesalter waren auch sehr häufig.

Und als wenn das noch nicht alles genug wäre, so mischte auch noch der Papst mit und rief zu Kreuzzügen auf. Doch sein Reich so lange allein zu lassen war nicht ungefährlich.

Wer bekommt nun den Thron und welche Machenschaften sind dazu vonnöten, welche Klüngeleien untereinander verhelfen zu noch mehr Macht, und kann es tatsächlich gelingen, alle für ein Ziel zu vereinigen?

Ein Historienroman der besonderen Klasse! Als großer Fan von Sabine Ebert hatte ich auch sehr hohe Erwartungen an dieses lang ersehnte Buch. Als es in meinen Händen lag, habe ich gleich angefangen und dann eigentlich erst wieder aufgehört, als das Buch nach knapp 600 Seiten zu Ende war. Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt und ich war wie immer begeistert. Die Autorin recherchiert nicht nur sehr ausführlich, sondern sie hat auch eine wunderbare Art, Historie mit Fiktion zu verbinden. In diesem Buch gibt es genau sechs erfundene Personen, alle anderen, und das sind einige, sind tatsächliche historische Persönlichkeiten. Genaue Überlieferungen gibt es meist wenige, aber auch hier gelingt es Sabine Ebert mit ein wenig dichterischen Freiheit die Erzählung rund zu machen. Sie hangelt sich perfekt ganz dicht an der wahren Geschichte entlang und nimmt sich ein paar eigene Deutungen zur Hilfe, um aus diesem Buch ein wirklich historisch interessantes und spannendes Werk zu machen. So ist ihr der Auftakt der geplant zehnbändigen Reihe über die Zeit Barbarossas mehr als gelungen.

Wer die Schriftstellerin Sabine Ebert kennt und ihre Bücher über die Hebamme Marthe und die Gründung Freibergs gelesen hat, wird in diesem Werk einige bekannte Personen wiederfinden. So ist Ritter Christian in diesem Buch noch ein kleiner Junge, aber sein Vater spielt eine wichtige Rolle. Auch den so wichtigen Markgrafen Otto von Meißen findet man hier wieder, wenn auch noch ohne Markgrafentitel. Hedwig von Ballenstedt, die Gemahlin Ottos, wird in diesem Buch erst geboren. Auch der Erzfeind von Christian kommt am Ende des Buches ins Spiel.

Aber nicht nur für Freunde der Bücher von Sabine Ebert ist dieses Buch ein Lesegenuss, auch für Liebhaber der deutschen Geschichte ist es mit Sicherheit eine spannende Lektüre.

Wie in jedem Buch von Sabine Ebert finden wir auch hier zu Anfang eine Liste aller Personen und die Auskunft, ob diese tatsächlich gelebt haben oder fiktive Charaktere sind. Im Anschluss an die Geschichte befindet sich noch ausführliches Informationsmaterial, wie Stammbäume und eine kurze Zusammenfassung der wahren Geschichte. Auf den vorderen Einbandseiten finden wir eine aussagekräftige Karte, die extra so für dieses Buch hergestellt wurde, auf den hinteren Einbandseiten eine Stammtafel über alle wichtigen Herrscher, die in diesem Buch vorkommen und wie sie miteinenander zusammen hängen. Hier ist meine einzige klitzekleine Anmerkung: Karte und Stammtafel sind sehr aussagekräftig, aber wegen des Buchfalzes ein bissel schlecht zu lesen. Beide wären wunderbar in einem aufklappbaren Schutzumschlag aufgehoben und dort auch etwas größer abzudrucken gewesen und so auch besser zu lesen. Man hätte sie auch immer neben sich liegen um nachzuschauen.

Erschienen ist dieses Buch bei Droemer Knaur und kostet als Hardcover mit Lesebändchen 19,99 Euro. Mit einem wunderschön gestalteten Schutzumschlag ist es auch optisch ein Hingucker. An dieser Stelle gilt mein Dank nicht nur dem Droemer Kraur Verlag für das Zurverfügungstellen des Buches, sondern auch Sabine Ebert für die spannenden und interessanten Lesestunden! Mit großer Spannung erwarte ich den nächsten Band, der wohl schon im Herbst 2017 erscheinen soll.

Den Trailer zum Buch möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten und in dem zweiten kleinen Film kann man einen Blick auf Sabine Ebert werfen und noch mehr Informationen zum Buch bekommen.

Wer sich für die weiteren Bücher von Sabine Ebert interessiert, der kann auf ihrer Website viele Informationen finden, auch zu der sympathischen Schriftstellerin selber.

Wen ich nun neugierig gemacht habe, der kann das Buch direkt auf der Verlagsseite, beim Bücherwurm und beim örtlichen Buchdealer erwerben.

Im Anschluss an die beiden Premierelesungen in Meißen und Leipzig am 4.3.17 geht die Autorin auf eine Lesereise. Vielleicht ist auch etwas in eurer Region. Auch auf der Buchmesse 2017 in Leipzig wird Sabine Ebert vor Ort sein und aus ihrem Buch lesen und auch am Stand von Droemer Kraur zum Signieren bereit sein.

Viele Informationen zu Lesungen findet ihr auch auf der Facebookseite der Autorin.

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike

 

 

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