„Wieselwusel“- ein wunderschönes Kinderbuch von Michal Krygier

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Jetzt weiß ich endlich, warum es auf meinem Schreibtisch immer so chaotisch ist! Ich habe einen Untermieter!

Kennt ihr das Problem? Ihr räumt euren Schreibtisch auf, alles ist schick an seinem Platze und ihr freut euch auf die Arbeit an einem sortierten und aufgeräumten Arbeitsplatz, aber kaum geht ihr mal für eine Weile aus dem Zimmer, liegt schon wieder irgendetwas rum. Die Stifte sind wie von selber aus der Box gesprungen, eigentlich hattet ihr alle Papiere wegsortiert, aber plötzlich ist da schon wieder etwas, der Kassenzettel des letzten Einkaufs hat sich auch wieder eingeschlichen, und wer hat eigentlich das Strichmännchen auf den frischen Zettelblock gekritzelt? Dieses Phänomen des „Selbstverunordnens“ kann man in jedem Zimmer beobachten. Wie von Geisterhand rieselt Mehl aus der Mehldose, das offene Nudelpäckchen ist plötzlich leer und im Vorratsschrank vergesellschaften sich die Nudeln gerade mit den Reiskörnern, die ebenfalls übermütig aus ihrer Verpackung gesprungen sind. Im Bad rollt ein einsames Wattestäbchen auf der Ablage, die Toilettenpapierrolle ist in suizidaler Absicht aus der Halterung gesprungen und die Zahnpasta befindet sich eigentlich auch nicht ursprünglich am Spiegel. Im Wohnzimmer ist es ebenfalls wie verhext. Die Zeitungen kriechen heimlich, still und leise aus dem Zeitungsständer und legen sich flegelhaft neben den Sessel. Im Strickkorb scheint eine Massenpanik ausgebrochen zu sei, kullern doch alle kleinen und größeren Knäuelchen durcheinander und haben sich hoffnungslos aneinandergebunden. Ganz besonders schlimm aber ist es in der Handtasche! Hatte ich den Schlüssel nicht in diese Seitentasche gepackt? Das Portemonnaie war ganz sicher zwischen Buch und Kalender abgelegt. An der Kasse ist man dann kurzzeitig der Ohnmacht nahe und langsam beginnt man an seinem Verstand zu zweifen. Da! Plötzlich findet sich das Portemonnaie ganz unten, mitten ins nun eselsohrige Buch gekuschelt, unter dem Kalender und dem Regenschirm! Da hatte ich es ganz bestimmt nicht hingeglegt! Aber wenn nicht ich, wer dann? Das Wieselwusel! Ich habe dieses mysteriöse Phänomen enttarnt! Wie ich das gemacht habe? Ich habe es gelesen und konnte es gleich in meiner näheren Umgebung mehrfach identifizieren.

In dem Buch „Wieselwusel“ von Michal Krygier, mit Illustrationen von Alicja Wasilka, steht es genau beschrieben. Das Buch ist im Fabulus Verlag erschienen und kostet 14,95. Es ist eine großformatige Hardcover-Ausgabe.

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an den Verlag und an Literaturtest, die mir ermöglicht haben, mein persönliches Wieselwusel zu identifizieren, indem sie mir das Buch zur Verfügung gestellt haben!

Schon das Cover lädt zum Schmökern ein. In schönem Orange und Türkis, mit einem bissel Silber ist der Titel des Buches schön darauf illustriert. Die Farben ziehen sich durch das ganze Buch und ich muss immer an meine Freundin Anne denken, liebt die doch auch Türkis so sehr. Nun frag ich mich, ob sie auch so ein Wieselwusel zuhause hat? Das muss ich wohl mal auskundschaften!

Im Buch findet man wunderschöne, aber doch ein bissel chaotische Illustrationen und wenig Text erzählt uns, wie das Wieselwusel im Hause der Familie „wuselt“ und alles unordentlich macht. Bei den wunderschönen Bildern kommt das Buch mit wenigen Zeilen Text aus. Für Kinder ist dieses Buch eine kleine Sensation, können sie doch sehenn wie das Wieselwusel alles unordentlich macht und lernen aber auch, dass man es bei Besuch besser in den Schrank sperrt, also aufräumt.

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Das Wieselwusel nimmt ein Bad in der Küche und spritzt alles mit Wasser voll

Sehen kann man den kleinen Kobold natürlich nicht, aber man weiß ganz gewiss, wann er wo gewesen ist!

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Massenpanik im Wollkorb

Auf den Bildern gibt es für die kleinen Leser viel zu entdecken, nur das Wieselwusel bleibt versteckt. Oder ist es vielleicht nur für uns Erwachsene unsichtbar?

Der spielerische Umgang mit Unordnung und dem nötigen Aufräumen macht dann am Abend das Aufräumen des Kinderzimmers  zu einem lustigen Spiel!

Das Buch ist im Original in polnisch erschienen und wurde von Marion Voigt so schön ins Deutsche übersetzt. Dort war es auch 2013 als Buch des Jahres im Bereich Grafik und Illustration nominiert.

Ich bin ganz angetan von diesem schönen Bilderbuch. Es gibt zwar viele Bilder- und Kinderbücher, aber wenige haben wirklich schöne und außergewöhnliche Illustrationen. Wieselwusel ist ein davon. Es ist ein schönes Geschenk für Kinder ab 3 Jahren zum Vorlesen, oder für Kinder, die ihre ersten „Leseschritte“ machen.

Und ist es nicht auch für uns eine große Beruhigung, dass wir nun endlich wissen, dass wir nicht dement, senil oder gar verrückt werden? Das Wieselwusel spielt uns all diese Streiche! Unser Wuselwiesel heißt wahlweise Frank oder Heike, je nachdem, wer es von uns beiden zuerst entdeckt 😉

Wenn ich euch nun neugierig gemacht habe, dann könnt ihr das Buch auf der Verlagsseite oder beim Bücherwurm bestellen.

Übrigens zum Schluss muss ich euch noch verraten, das Wieselwusel kann man nicht erziehen. Man muss einfach das Beste daraus machen. In diesem Sinne grüßt euch heute mal von einem Wieselwusel-Schreibtisch, aus der Sofaecke

Heike

 

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