„AERA“ von Markus Heitz: Eine Schnitzeljagd mit Göttern und Comic-Helden

Wer ein Fan von Fantasy-Krimis ist, der wird den neuen Roman von Markus Heitz: „AERA – Die Rückkehr der Götter“ mögen!

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Wir befinden uns im Jahre 2019. Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr, denn vor einigen Jahren sind die Götter auf die Erde zurückgekehrt. Die alten Götter: Von Odin und Freya, Zeus, Poseidon und Venus über die Hexe Baba Jaga und die indische Göttin Kali bis hin zu Manitu und diversen afrikanischen Stammesgottheiten. Nur der Gott der Juden, Christen und Muslime hat sich vorerst nicht sehen lassen…

Dass die Rückkehr der Götter nicht friedlich vonstatten gegangen ist, verwundert nicht. Und auch die „profane“ Kriminalität ist natürlich nicht verschwunden, so dass es für die Polizei noch immer eine Menge zu tun gibt.

Hauptfigur des Buches ist ein Interpol-Kommissar mit dem schönen Namen Malleus Bourreau. Seine Spezialität: Er ermittelt nicht nur gegen Sterbliche, sondern auch in Fällen, bei denen Gottheiten ihr Finger im Spiel haben. Oder zumindest zu haben scheinen…! Malleus ist vom Autor mit schier übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet worden, vor allem im Umgang mit kognitiver Dissonanz: Er ist nämlich einer der wenigen Atheisten, die es noch gibt, was den Umgang mit den Gottheiten natürlich nicht eben erleichtert! Unterstützung bekommt unter anderem von seiner französischen (bzw. keltischen!) Assistentin Marianne Langrande, die sich durch ihre Vorliebe für 80er-Jahre-Chic auszeichnet.

Die Handlung des Buches ist in zehn Episoden unterteilt und spielt vor allem in den großen Metropolen der Welt: Rom, London, Lutetia (wie Paris jetzt heißt), Treva (das ehemalige Hamburg), Tokio… Auch Abstecher ins wirkliche Gomorrha und nach Leipzig sind dabei. 😉 Immer wieder sind die verschiedensten Kriminalfälle zu lösen. Durch die Handlung zieht sich wie ein roter Faden die Jagd nach diversen Kunstgegenständen aus allen Teilen der Welt, die auf eine geheimnisvolle Weise miteinander verbunden zu sein scheinen. Verkompliziert wird das Ganze noch dadurch, dass Malleus einen ominösen Verfolger hat, der ihm zwar mehrmals aus der Patsche hilft, von dem aber nicht klar ist, was er eigentlich im Schilde führt. Und dann sind ist da noch die Mitglieder der im Untergrund operierenden Vereinigung „God’s End“…

Die Figuren sind sehr holzschnittartig gezeichnet, so dass man sich beim Lesen des Buches häufig eher in einem Comic als in einem Roman vorkommt. Auch von Malleus selbst erfährt man nicht viel mehr als dass er seine Familie in den „Übergangskriegen“ verloren hat, eine Vorliebe für extravagante Automobile, Waffen und Zigarren besitzt und die Angewohnheit hat, beim Nachdenken über seinen Fu-Manchu-Bart zu streichen. Der Personalverschleiß ist recht hoch, zarten Gemütern wird das Buch wohl zu blutig und gewalttätig sein, aber das ist natürlich Geschmackssache. Am Ende des Buches bleiben noch viele Fragen offen, so dass es genug Potenzial für eine oder mehrere Fortsetzungen gibt.

Freunde des Genres und insbesondere des Autors – Markus Heitz gehört zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren, seine Bibliographie ist sehr ansehnlich, eine schicke Website hat er auch – werden sicherlich auch mit diesem Buch viel Freunde haben. Ich gehöre da ja eigentlich nicht so zur Zielgruppe, fand das Buch aber alles in allem trotzdem recht kurzweilig und gut, wenn auch zum Teil etwas zu routiniert geschrieben.

Für alle Dark-Fiction-Fans aber ein durchaus empfehlenswertes Werk! Hier gibt’s auch noch einen Trailer. Die einzelnen Episoden erschienen übrigens zuerst als Ebook-Serie und erst einige Monate später als Papierbuch. Zu erwerben ist dasselbe direkt beim Verlag oder natürlich im Fachhandel, z. B. beim Bücherwurm.

Es grüßt euch vom neuerdings etwas aufgeräumteren Schreibtisch

Frank

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