Ihr eigen Fleisch und Blut – ein Kay-Scarpetta-Roman von Patricia Cornwell

https://i2.wp.com/www.hoffmann-und-campe.de/uploads/julius/9783455404555.jpg

Der 22. Kay-Scarpetta-Roman! Ist es ein Schatten der Vergangenheit, der Kay und ihr Leben bedroht? Ich habe sie alle! Alle 22 plus die beiden Kochbücher. Ich kann also behaupten, ich habe das Leben von Kay und ihrer Familie live miterlebt. Ich bin eigentlich kein Freund von so langen Serien und nur wenige Autoren schaffen es, das Niveau des Anfangs aufrecht zu erhalten.

„Ihr eigen Fleisch und Blut“ ist wie auch schon einige seiner Vorgänger im Verlag Hoffmann und Campe erschienen, dem ich an dieser Stelle sehr herzlich danken möchte!

Eifrige Patricia-Cornwell-Leser wissen, dass am 12. Juni der Geburtstag von Kay Scarpetta ist. An diesem Tag wollen Kay und ihr Mann Benton Wesley zu einigen entspannendenTagen nach Miami aufbrechen. Doch wie immer im Leben von Kay, kommt alles so ganz anders.

Ein gemütliches Barbecue soll der Auftakt eines schönen Tages sein, doch Kay ist irgendwie unruhig und ihre Ahnung soll sich als richtig herausstellen. Alles beginnt mit sieben blank polierten Kupfermünzen, die sie auf der Mauer ihres Anwesens findet. Was soll das bedeuten und hängt das auch mit der kryptischen Nachricht zusammen, die sie vor wenigen Tagen per Email bekommen hat? Benton versucht sie zu beruhigen, aber innerlich ist auch er auf Hochspannung.

Dann bekommt Kay die Nachricht, dass ein Mann auf offener Straße, vor seinem Haus, erschossen wurde. Dieser Mann ist ihr nicht unbekannt, hat er doch schon böse gegen sie interveniert. Die Ermittlungen werden nicht leichter, als sie feststellt, dass ihr ehemaliger Mitarbeiter und Freund Pete Marino mit seinem Partner bei der Polizei scheinbar absolut zerstritten ist. Auch ansonsten geht es in ihrem Umfeld doch merkwürdig zu. Ihre Nichte Lucy Farinelli verheimlicht ihr grundlegende Dinge und hat sich von ihrer Lebensgefährtin getrennt. Bis vor nicht all zu langer Zeit waren beide doch sehr glücklich. Irgendetwas scheint hier heimlich Kays ganzes Leben durcheinander zu bringen. Nur wer?

Die Ermittlungen gestalten sich sehr schwierig, da man wenig Anhaltspunkte hat, außer dass der Täter eine Ausbildung zum Prazisionsschützen haben muss und seine Munition selber herstellt. Also ein großer Waffennarr mit eigenem Labor. So wie Lucy!

Die Sache wird immer undurchsichtiger, als auch noch ein seltsamer Privatdetektiv einer Versicherung sich an die Fersen der Ehefrau des Ermordeten heftet. Was hat er damit zu tun und warum kennt er sich in Kays Leben so gut aus?

Dann geschieht ein weiterer Mord. Eigentlich schon als Unfall von Kays Mitarbeiterin abgeschlossen, rollt Kay es noch einmal auf und stellt Parallelen zu ihrem Fall fest. Bei der erneuten Besichtigung des Tatortes verschwindet ein Polizist und eine weitere Leiche wird gefunden.

Was ist nur los? Kay wird immer unsicherer und insgeheim muss sie leider ihre Nichte immer mehr verdächtigen. Ist Lucy zu so etwas fähig? In der Vergangenheit hat sie bewiesen, dass sie auch vor Gewalt nicht zurückschreckt und wenn jemand mit Waffen gut umgehen kann und immer die neusten und modernsten Waffen hat, dann Lucy. Kay ist ratlos und Benton ist ihr auch keine große Hilfe, scheint er ihr doch etwas zu verschweigen.

Wird es Kay gelingen, wieder Ordnung in ihr Leben zu bringen, und ist Lucy wirklich eine brutale Mörderin?

CIMG3344

Das ist nun der 22. Kay-Scarpetta-Roman, den ich gelesen habe, und ich bin mir nicht sicher, ob ich auch einen 23. lesen möchte. Ich kann nicht sagen, dass dieser Krimi schlecht war, bei weitem nicht, aber sowohl der Schreibstil von Patricia Cornwell als auch die Handlungen haben sich sehr verändert, wenn man die ersten der Reihe als Vergleich dagegen setzt. Die Bücher werden immer „militärischer“ und die Handlung immer mehr von politischen Einflüssen, militärischem Eliteequipment und elitären Anschauungen geprägt. Auch der Text ist dick gespickt mit Fachbegriffen und eigentlich müsste dafür schon fast ein Glossar ans Ende des Buches.

Achtung Spoiler: Auch in diesem Fall greift Patricia Cornwell wieder auf einen Schatten der Vergangenheit zurück und auch wenn dieser nicht wirklich anwesend ist, so ist er doch mehr als greifbar und man kann jetzt schon voraussehen, dass er in weiteren Büchern eine Rolle spielen wird!

Ich denke, dass nach einer bestimmten Anzahl von Büchern das Thema irgendwann mal durch ist und es bei weiteren immer wieder zu Wiederholungen kommt. Nur wenigen Autoren gelingt es hier, die Spannung im Verlauf der Bücher aufrecht zu erhalten. Ich denke, hier sollte man einfach mal einen Schnitt machen und es bei der geschriebenen Anzahl belassen. Jedes weitere Buch ist da nur noch eins zuviel, es sei denn es birgt Unerwartetes. 

Ich kann nicht behaupten, dass „Ihr eigen Fleisch und Blut“ nicht auch spannende Phasen hat, aber oft wird das Lesen erschwert durch lange Fachdialoge, die die Geschichte nur unnötig in die Länge ziehen. Die Bücher haben alle, bis auf wenige Ausnahmen, so um die 500 Seiten, das aktuelle 455 (mit Anhang 463). Nur war in den ersten Büchern viel mehr Handlung enthalten. Das aktuelle umfasst eine Zeitspanne von nur wenigen Tagen.

Im Anhang werden nochmals alle Hauptprotagonisten näher beschrieben, was ich persönlich sehr gut finde, kann man doch als Neuleser sonst leicht den Überblick verlieren und wenn man vorher noch keines der Reihe gelesen hat, kommt man doch durcheinander, da die Autorin immer wieder auf vergangene Handlungen zurück greift, die die Hauptprotagonisten formten.

Was mich aber am aller meisten überrascht hat, war der Cliffhanger am Ende. Das geht gar nicht und passt auch überhaupt nicht zu den Kay-Scarpetta-Büchern! Ich kann mich nicht erinnern, dass ein vorheriges Buch mit einem Cliffhanger endete. Ich persönlich kann das auch nur bei wenigen Autoren wirklich gut finden. Es muss meiner Meinung nach von Anfang an in die Reihe passen, später ein Buch damit enden zu lassen, passt einfach nicht zum Stil der Reihe!

Als Fazit kann ich sagen, dass dieses Buch sicher für Leser mit einem Faible für Polit- oder FBI-Krimis ein Genuss ist. Alle die, die  den „normalen“ Krimi oder Thriller lieben, sollten vor dem Kauf genauer überlegen.

Wenn dieses Buch mein erstes Buch von Patricia Cornwell gewesen wäre, so wären sicher nicht noch 21 gefolgt. Vielleicht ist es ja an der Zeit, eine neue Figur dazu zu schreiben, die auch eine wichtige Rolle in den Büchern hat,  oder vielleicht eine ganz neue Reihe zu erschaffen.

Ich bin sehr gespannt, was es noch Neues von Patricia Cornwell geben wird!

Wenn ich euch nun neugierig gemacht habe, so könnt ihr das Buch auf der Verlagsseite zu einem Preis von 24,00 Euro (Hardcover) erwerben. Natürlich könnt ihr auch zu eurem lokalen Bücherdealer gehen oder beim Bücherwurm stöbern!

Ich würde mich sehr freuen, eure Meinung zu diesem Buch zu hören. Ich freue mich über Kommentare hier oder auf der Facebookseite.

Da nun bald die Buchmesse beginnt, wollte ich euch nochmal ermutigen mich ruhig anzusprechen, wenn ihr es mögt. Ihr habt ja den Vorteil, dass ihr ein Bild von mir kennt! 😉 Ich würde mich freuen euch kennenzulernen!

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike

Advertisements

Ein Gedanke zu “Ihr eigen Fleisch und Blut – ein Kay-Scarpetta-Roman von Patricia Cornwell

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s