„Fußabschneider“ – der zweite Fall mit Goldmann und Brandner von Timo Leibig

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Es gibt ja Menschen, die haben seltsame Fetische: In „Fußabschneider“ geht es um einen Mann, der eine Vorliebe für Füße und die Schlüppis der Nachbarin hat. Beides geben die wenigsten freiwillig her.

Ein schönes Stilleben, leider konnte ich das Aprilwetter nicht mit bannen! Mit Goldmann und Brandner wird es einem aber auch bei Schnee, Sturm, Regen und Sonne nicht langweilig! Im Gegenteil! Timo Leibig ist auch mit dem zweiten Fall von Leonore Goldmann und Walter Brandner ein Meisterwerk gelungen! Schon der erste Band, „Mädchendurst“, hatte mich voll in seinen Bann gezogen, so auch der wweite, der so ganz anders aber doch genial ist!

Leonore Goldmann hadert noch immer mit ihrem Schicksal und kann sich nicht dazu durchringen, endlich offiziell bekannt zu geben, dass sie an Multipler Sklerose erkrankt ist. Langsam wird es aber Zeit, denn was passiert, wenn sie in einer brenzligen Situation nicht adäquat reagieren kann? Auch Walter Brandner hängt der letzte Fall noch sehr nach. Die Tatsache, unfreiwillig einen Täter Informationen zugespielt zu haben, zermürbt ihn sehr.

Beide haben aber nicht lange Zeit, über ihr eigenes Schicksal zu grübeln. In den Auen wird eine weibliche Wasserleiche gefunden. Nun sehen Leichen, die längere Zeit ein Bad genommen haben, per se schon nicht sehr ansprechend aus, aber wenn dann auch noch das Gesicht aufs brutalste entstellt ist und auch noch ein Fuß fehlt, dann haben selbst Goldmann und Brandner zu schlucken. Wer kann so etwas getan und dann die Leiche im Wasser versenkt haben? Eine Frage, über die die beiden Komissare nicht lange nachdenken können, denn noch am gleichen Tag wird noch eine Frauenleiche in den Auen angespült und die sieht auch nicht wirklich besser aus!

Die beiden tappen völlig im Dunklen. Sicher ist nur, das die beiden Toten vom gleichen Täter versenkt wurden, gefesselt an einen Rabattenstein. Auffällig sind die Knoten, die keine normalen Knoten sind. Ein erster Anhaltspunkt, der die Ermittlungen in Richtung Seefahrt und SM-Szene führt. Aber auch hier kennt niemand einschlägiges diese Art von Knoten.

Dann wird eine junge Frau als vermisst gemeldet, mit deren Mutter Leonore bekannt ist. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt! Zeugenaussagen ergeben, dass die junge Frau zuletzt mit einer Frau streitend gesehen wurde. Kann es einen Zusammenhang zwischen den Morden und der Entführung geben? Kann eine Frau zu so etwas fähig sein und ist sie körperlich überhaupt dazu in der Lage, die Leichen samt Steinen zu versenken?

Gregor, der Kollege von Goldmann und Brandner, bringt dann einen kleinen Lichtschein in die Düsternis. Elektriker verwenden diese Art der Befestigung! Nun gilt es also eine weibliche Elektrikerin zu finden, kann ja nicht so schwer sein, denn davon wird es ja nicht so viele geben. Aber auch hier gilt der Grundsatz: Eine Frage beantwortet, zwei neue tun sich auf!  Die Zeit rennt den beiden Kommissaren davon und die Hoffnung, die junge Frau lebend zu finden, wird immer geringer.

Können die beiden noch rechtzeitig den Mörder ausfindig machen? Bei einer Hausdurchsuchung gerät dann alles außer Kontrolle und es wird noch schlimmer als befürchtet!

Schon „Mädchendurst“ hatte mich in seinem Bann, und „Fußabschneider“ ist das wieder gelungen. Timo Leibig gelingt es auch hier, den Spannungsbogen unaufhörlich in die Höhe zu treiben, bis man schier atemlos durch die Nacht bis in den Morgen lesen muss, weil man es einfach nicht aus der Hand legen kann. Anders als im ersten Band stehen hier Goldmann und Brandner mehr im Mittelpunkt. Dem Leser ist von Anfang an klar, wer der Mörder ist, es geht „nur“ darum, dass Brandner und Goldmann ihn so schnell wie möglich finden. Was nicht wenig spannend ist! Der Autor hat sich aber in diesem Buch das Ziel gesetzt, die einzelnen Charaktere mehr auszuformen. Haben wir in „Mädchendurst“ schon einiges über die beiden Kommissare erfahren, so bekommen sie hier nochmal mehr menschliche Züge. Es werden auch die Schattenseiten eines Lebens im Dienste der Gerechtigkeit beleuchtet und man bekommt einen Einblick in das Privatleben der beiden. Auch Gregor nimmt mehr Raum ein und bekommt durch seinen Kontakt mit der hübschen asiatischen Bondagemeisterin noch mehr Kontur. Timo Leibig spielt hier mit ganz viel psychologischer Rafinesse und treibt die Spannung und damit den Leser unaufhörlich an.

Auch der zweite Band der Goldmann-und-Brandner-Reihe hat mich nicht minder beeindruckt. Ich kann mich nur wiederholen, wenn ich sage, dass ich es nicht verstehen kann, wenn die Bücher von Timo Leibig nicht auf Augenhöhe in allen Buchhandlungen zu finden sind! Das Buch darf auf keinen Fall in einer gut sortierten Krimi- und Thrillerbibliothek fehlen und wird für alle Fans des psychologischen Thrillers ein Leseerlebnis sein!

Ich warte schon jetzt gespannt auf Neues von Goldmann und Brandner, die mir ein bissel schon ans Herz gewachsen sind und weil ich ziemlich neugierig bin, ob Leonore mehr ein Faible für Gerichtsmediziner oder doch für ausgepowerte Kommissare hat!

Lieber Timo Leibig, lass uns nicht zu lange warten! 🙂

Wenn ich euch nun neugierig gemacht habe, dann könnt ihr das Buch auf der Website des Autors (dort kann man auch signierte Bücher erwerben!) oder hier bekommen!

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike

 

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