Noro Wolle – Liebe auf die erste Masche!

CIMG2969

Noro Wolle! Bisher habe ich mich da irgendwie nicht rangewagt, so unterschiedlich waren die Meinungen, aber nun bin ich bereit in den „Noro Wolle Fan Club“ einzutreten!

Oft hatte ich sie schon in diversen Wollläden in der Hand, nie hab ich mich so richtig rangetraut. So unterschiedlich waren doch die Meinungen, die man so hörte. Von „Ein Stricktraum“ über „Wahrer Farbenrausch“ bis „Viel zu hart“ war alles dabei und noch viel dazwischen. Die Aussage „Entweder man liebt sie, oder man kann sie überhaupt nicht leiden!“ hat mich dann doch dazu verführt, das Angebot von Designer Yarns anzunehmen und die Wolle einfach mal zu testen. An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an Designer Yarns Deutschland!

Noro Garne ist ein japanisches Label, das dafür bekannt ist, hochwertige Rohwolle in schonenden Verfahren sowohl menschen- als auch umweltfreundlich zu wunderbar leuchtenden und angenehm griffigen Garnen zu verarbeiten.

Eisaku Noro hat besonders hohe Ansprüche an seine Garne und diese spiegeln sich in der Qualität der Garne wieder. In der Präfektur Aichi im Süden Japans ist der Sitz der Firma. Aichi ist eine wichtige japanische Industrieregion und bekannt als Hauptsitz vieler international tätiger Unternehmen im Luftfahrt-, Fahrzeug- und Werkzeugmaschinenbau. Hier in dieser hochtechnisierten Region hat Eisaku Noro ein kleines Idyll erschaffen, ja man kann fast von einer Wollmanufaktur sprechen. Hier werden zum größten Teil in Handarbeit Garne aus qualitativ hochwertigen Fasern hergestellt.

Fangen wir am Anfang an. Schon bei der Auswahl der Rohfasern legt Eisaku Noro großen Wert auf erstklassiges Naturmaterial. Die  Wolle wird von Hand, nicht unter Einsatz von Chemikalien und Maschinen, gereinigt. Mit der besonderen Auswahl und der speziellen Art der Reinigung bleibt die natürliche Art der Wolle erhalten.

Bei der Mischung der einzelnen Rohfasern wird auf viele verschiedene Faktoren Rücksicht genommen, so z.B. auf den natürlichen Griff der Wolle, die Festigkeit des zu entstehenden Garns und auch auf die Färbeeigenschaft. Schon bei diesen drei Faktoren kann man sich vorstellen, dass die Auswahl nicht leicht ist und ihre Zeit dauert, zumal es ja noch einige andere Faktoren zu berücksichtigen gibt. Eisaku Noro will seine Garne möglichst natürlich und verwendet fast ausschließlich natürliche Materialien. Nur wenn es aufgrund der zu erziehlenden Eigenschaften gar nicht anders geht, werden Kunstfasern mit eingefügt. Es gilt aber die Regel: Nur wenn es wirklich sein muss!

Die Färbung der Wolle ist der wichtgste Schritt in der Herstellung von Noro Garnen. Hier werden mit einer Vielzahl von Färbemitteln der Glanz und die einzigartige Farbtiefe, aber gleichzeitig auch die Widerstandsfähigkeit der Farbe berücksichtigt. Denn niemand möchte, dass sein wunderbares Strickstück aus dem farbprächtigen Garn bei der ersten Wäsche an Glanz verliert oder gar verfärbt oder ausbleicht.

Bei der Garnherstellung wird wieder auf Handarbeit gesetzt. Die zuvor in traumhaften Farbtönen gefärbten Fasern werden in Handarbeit sortiert und so zu Garnen zusammengesetzt. Diese werden dann langsam und in gleichmäßiger Geschwindigkeit zu den einzelnen Noro Garnen versponnen. Von laut ratternden Maschinen ist hier nichts zu hören. Die manuelle Vorarbeit bewirkt, dass die einzelnen Fasern zu einem Garn mit natürlichem Glanz und Struktur werden. Ebenso bewirkt es, dass die Garne unterschiedlich dick sind und an manchen Stellen dickere und dünnere Stellen vorhanden sein können. Daraus erklärt sich, dass die einzelnen Stücke eine unterschiedliche Reißfestigkeit haben, man sollte also darauf achten, an unregelmäßigen Stellen das Garn vorsichtig zu verarbeiten – nicht so wie ich 😉 Aufgrund der speziellen Art der Garnherstellung kann man nicht, wie viele andere Garnhersteller, das Garn völlig knotenfrei spinnen. Nur etwa 80-90g können auf einmal hergestellt werden, daher ist es möglich, dass ein Knäuel oder Strang Wolle in der Regel ein bis zwei Verbindungsknoten hat. Dies ist also kein Zeichen von schlechter Verarbeitung, sondern ein Zeichen der Handarbeit. Meine Wolle hatte übrigens nur einen Verbindungsknoten.

So, nun hat man also einen dieser Knäuel in den Händen und erfreut sich an den strahlenden Farben! So wie ich!

Selbstverständlich habe ich ihn nicht nur neu gewickelt um das Garn zu überprüfen, sondern habe es auch verstrickt und zwar zu einer Mütze. Die Mütze habe ich nach einer Anleitung von Martina Behm gemacht. Ich mag die Anleitungen von ihr sehr gerne, weil ich bisher immer das Gefühl hatte, sie haben eine Gelinggarantie. Nur diesmal bin ich doch enttäuscht. Ich musste die Mütze zweimal aufmachen, weil irgendetwas in der Anleitung nicht passte und zum guten Schluss ist dann eine Mütze in einer doch sehr eigenwilligen Form dabei herausgekommen. Da ich die Wolle aber nicht mehr hergeben will, also auch die Mütze behalten will, habe ich eine Tragevariation gefunden, mit umgeschlagenem Rand, die die Mütze ganz hübsch erscheinen lässt. Sie hat mir in den vergangenen Wochen diverse Male den Kopf gewärmt!

Das Verstricken der Wolle hat viel Spaß gemacht und es lief wie von selber. Der längere Farbverlauf hat einen dazu motiviert, doch immer noch ein kleines Stückel zu stricken um zu sehen, wie die nächste Farbe dazu passt. Das Ergebnis ist, dass man sich abends hinsetzt und nur mal eben anstricken will und dann irgendwann mal in die Küche taumelt, um sich einen Tee zu machen und sich wundert dass es draußen „noch“ nicht dunkel ist und der Postbote bei Nachbars scheinbar jetzt immer nachts kommt! 😉 Eine Strickblockade ist glaube ich mit Noro Garn so schnell zu heilen wie eine Entzündung mit Antibiotika.

Jetzt will ich euch aber nicht länger auf die Folter spannen und euch meine Mütze zeigen. In Ermangelung eines zweiten Kopfes und der Weigerung meiner Katze, die Mütze aufzusetzen, musste die Pomelo herhalten, die hat sich nicht gewehrt!

CIMG3060

 

Leider ist es immer so, dass die Farbe auf Bildern nicht so gut rüberkommt, aber ich kann euch versichern, dass es ein wunderschöner Farbverlauf ist und die Farben richtig leuchten!

Wer die längeren Farbverläufe für sein Strickstück gezielt einsetzen will, der kann auf der Seite von Designer Yarns Deutschland ein Dokument runterladen, das 10 Tricks im Umgang mit dem Farbverlauf enthält. Ebenso kann man dort den Bericht aus der Simply Stricken 1/2016 über die Noro Garne runterladen und lesen. Er ist schön bebildert und man bekommt gleich Lust, mit einem Sprung in die wunderbaren Fasern einzutauchen. Auch ein Bild von Eisaku Noro ist dort zu finden.

Wenn ich euch nun auf das Garn meiner Mütze neugierig gemacht habe, hier noch ein paar Infos. Das Garn hat den Namen „Kureopator“, ist aus 100% Wolle und hat eine Lauflänge von 270m auf 100g. Der Preis liegt bei 14,95 Euro. Für meine Mütze habe ich 72g verbraucht. Erwerben könnt ihr das Garn in vielen verschiedenen Farbvarianten hier.

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Ausflug nach Japan gefallen und ich habe euch nun zum Stricken inspiriert!

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s