Alle Jahre wieder ein neuer Brunetti: Endlich mein!

Für alle Freunde von Donna Leon wird es keine Überraschung sein: Auch 2015 ist wieder ein neuer Brunetti-Roman erschienen!

endlich-mein

„Endlich mein – Commissario Brunettis vierundzwanzigster Fall“ wurde wie immer im Diogenes Verlag Zürich veröffentlicht und uns von dort zur Verfügung gestellt – vielen Dank!

Seit gefühlt einem Vierteljahrhundert erscheint jedes Jahr ein neuer Film von Woody Allen in den Kinos, und es ist wie der Besuch eines alten Freundes. Man lehnt sich im Kinosessel zurück, und sobald der Vorspann beginnt und die ersten Takte der unvermeidlichen Jazz-Melodie erklingen, taucht man in den Woody-Allen-Kosmos ein.

So ähnlich ist es auch bei Donna Leon: Seit mittlerweile 25 Jahren gibt es jedes Jahr einen neuen „Brunetti“, und sobald man es sich in seinem Sessel gemütlich gemacht und die ersten Seiten gelesen hat, hat man gleich das Gefühl, gute alte Bekannte wiederzutreffen. Wieder entführt uns Donna Leon in ihre venezianische Parallelwelt, in der die Protagonisten nur halb so schnell altern wie wir selbst. Natürlich begegnen wir wieder Brunettis Familie, es gibt die üblichen Kabbeleien mit dem Vice-Questore, und die wie immer hinreißende Signorina Elettra unterstützt Brunetti mit ihren etwas unorthodoxen Recherchemethoden.

Gleich zu Beginn gibt es ein Wiedersehen mit der Primadonna Flavia Petrelli, die bereits im ersten Band der Brunetti-Reihe eine wichtige Rolle spielt. Nun ist sie nach Venedig zurückgekehrt, um in Puccinis „Tosca“ die Titelrolle zu singen. Doch Flavia fühlt sich verfolgt: Ein anonymer Fan lässt ihr seit Monaten in großer Zahl gelbe Rosen und andere Geschenke zukommen, sogar vor ihrer Wohnungstür findet sich ein Strauß. Als dann noch ein junge Sängerin die Treppe hinuntergestoßen wird, vermutet Commissario Brunetti, dass hier ein Zusammenhang besteht, und intensiviert seine Ermittlungen.

Donna Leon muss sich mittlerweile nicht mehr mit der üblichen Krimi-Arithmetik herumschlagen; es gibt keine Leiche zu Beginn, keine verdächtigen Gestalten und kaum überraschende Wendungen. Die Autorin lässt sich viel Zeit, es dauert recht lange, bis der Roman in Gang kommt. Stattdessen gibt es oft Abschweifungen mit viel Lokalkolorit, die zwar die Handlung nicht voranbringen, aber sich doch sehr vergnüglich lesen. Daneben handelt es sich aber auch um eine lesenwerte Auseinandersetzung mit dem Thema Stalking. Richtig spannend wird es allerdings erst im letzten Drittel des Romans: Kommt es wie in Puccinis „Tosca“ zu einem blutigen Ende, oder kann die Katastrophe verhindert werden?

Fazit: Für alle Brunetti-Fans ein Must-Read; wer die Romane noch nicht kennt, möge besser mit dem ersten beginnen und sich langsam vorarbeiten – es lohnt sich!

Eine Leseprobe ist übrigens auf der Verlagsseite zu finden. Erwerben könnt ihr das Buch natürlich in jeder Buchhandlung, empfohlen sei wiederum der Bücherwurm!

Es grüßt euch vom Schreibtisch

Frank

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