Der MM-City Venedig-Stadtführer

Auch auf unserer Venedig-Reise hatten wir natürlich den passenden Stadtführer aus dem Michael Müller Verlag dabei und waren einmal mehr rundum zufrieden!

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Nachdem wir schon einige MM-Reisehandbücher rezensiert haben, ist dies nun der erste Stadtführer aus der seit 2000 erscheinenden und inzwischen etwa 30 Bände umfassenden Reihe MM-City, die sich in Layout, Inhalt und Qualität nahtlos in das übrige Reiseführer-Programm des Verlags einfügt, sich optisch jedoch durch die Leitfarbe bordeauxrot abhebt.

Der Venedig-Band wurde von Michael Machatschek verfasst, erschien erstmals 2001 und liegt inzwischen in 7. Auflage vor; die 8. Auflage ist für Januar 2016 angekündigt. Mit 276 Seiten ist er recht umfangreich, aber dennoch handlich geraten und war für unseren einwöchigen Aufenthalt auf alle Fälle mehr als ausreichend. (An dieser Stelle vielen Dank an den Verlag!) Detaillierteste Ausführungen zur Kunstgeschichte darf man natürlich nicht erwarten, doch dafür hatten wir ja noch Gsell-Fels‘ „Ober-Italien“ von 1875 dabei! 😉

Nach einer kurzen Einleitung bietet der Stadtführer einen mit 86 Seiten sehr ausführlichen Teil mit Hintergründen und Informationen. So befasst sich ein längerer Abschnitt mit der Architekturgeschichte, zudem werden einige der bedeutendsten venezianischen Maler näher vorgestellt. Die praktischen Hinweise sind besonders hilfreich, da in der Lagunenstadt doch vieles anders ist als daheim! Dies betrifft natürlich in erster Linie die Verkehrsmittel, aber auch die Einteilung der Stadt in Sestieri (Sechstel), die verwirrende Gebäudenummerierung oder die Preisgestaltung in Hotels und Kaffeehäusern.

Der Hauptteil des Buches ist natürlich der Stadtbeschreibung gewidmet; sie beginnt mit dem Markusplatz und einer Fahrt auf dem Canal Grande. In weiteren sechs Abschnitten werden Spaziergänge durch die einzelnen Stadtteile beschrieben, und anschließend folgt jeweils die Beschreibung der einzelnen „am Wegesrand liegenden“ Sehenswürdigkeiten, ergänzt durch Angaben über Öffnungszeiten, Eintrittspreise etc. Dies ist freilich immer mit etwas Blättern verbunden; hier wäre evtl. über eine Änderung der Gliederung nachzudenken. Den Abschluss jedes Abschnitts bilden Empfehlungen über Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten, die wie immer in vorbildlicher Weise auf der jedem Spaziergang beigegebenen Karte eingetragen sind. (Noch schöner wäre es, wenn auch die vorgestellten Sehenswürdigkeiten besonders bezeichnet wären, idealerweise mit Angabe der entsprechenen Seitenzahl!) Die Auswahl und Beschreibung der einzelnen Sehenswürdigkeiten ist im großen und ganzen sehr gelungen; wirklich vermisst haben wir lediglich die Kirche San Pantalon und Palma il Vecchios Heilige Barbara in der Kirche Santa Maria Formosa, laut Meyers Großem Konversations-Lexikon von 1905 immerhin „eine der vollendetsten und großartigsten Schöpfungen der Malerei überhaupt“.

Mit demonstrativer Ignoranz gestraft wird übrigens der westlichste Teil Venedigs mit dem Hafen; die dort anlegenden Kreuzfahrtschiffe tragen freilich eine erhebliche Mitschuld an der fortschreitenden Zerstörung der Lagunenstadt.

Besonderen Wert legt der Reiseführer auf die Beschreibung der Lagune und ihrer Inseln. Auf 36 Seiten werden nicht nur Murano, Burano und der Lido, sondern auch weniger prominente Inseln und Orte wie Torcello, Sant‘ Erasmo oder Pellestrina ausführlich vorgestellt. Auch hier wird die Beschreibung durch detaillierte Pläne ergänzt, nur die Karte der Lagune ist etwas unübersichtlich geraten.

Zum Abschluss wird noch ein Ausflug zu den Villen am Brenta-Kanal empfohlen; abgerundet wird der Band endlich durch einen kleinen italienischen Sprachführer und ein Register.

Ein Stadtplan im Maßstab 1:10.000 ist dem Führer beigegeben und für die Orientierung im allgemeinen ausreichend. Im übrigen: Dass man sich ab und zu verläuft, gehört in Venedig einfach dazu, böse verirren kann man sich eigenlich nicht, und spätestens an der nächsten Kirche – also nach maximal 5 Minuten! – kann man sich wieder orientieren!

Was Layout und Verarbeitung angeht, ist der Band von der üblichen MM-Qualität; zur Ausstattung zählen außer den diversen Karten und Plänen noch 161 Farbfotos.

Wie bereits eingangs erwähnt, waren wir mit dem Stadtführer sehr zufrieden und können ihn – wie ja eigentlich alle Produkte des Verlagshauses – nur weiterempfehlen.

Es grüßt euch vom Leipziger Schreibtisch

Frank

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2 Gedanken zu “Der MM-City Venedig-Stadtführer

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