Mordsgrimm – ein sehr spannender Krimi aus Bremen und ein Interview mit den beiden Autorinnen

Mordsgrimm

Was haben die Brüder Grimm und ein Modelcasting gemeinsam? Im 3. Krimi aus Bremen von dem Autorenduo Biggi Rist und Liliane Skalecki dreht sich diesmal so alles um Märchen und Models!

Der Krimi „Mordsgrimm“ wurde mir freundlicherweise vom Gmeiner Verlag zur Verfügung gestellt, dafür meinen herzlichen Dank!

Der Historiker und Märchenforscher Dr. Moritz Koch macht in der Bibliothèque Nationale de France eine sensationelle Entdeckung. Das kann sein Durchbruch sein, aber vorher muss er da noch etwas klären. Nur gut, dass er zur diesjährigen Märchenforschertagung nach Bremen fahren wird. Dort wird er sich aber nicht nur dem Angenehmen widmen können, sondern muss einen seiner alten Professoren mit etwas konfrontieren, was diesem überhaupt nicht gefallen wird. Gleichzeitig muss er sich noch mit seinem Bruder einigen, was das Erbe seines Onkels betrifft. Er ist nicht bereit, auf das zu verzichten, was ihm zusteht; das wird er aber nur schwer seinem Bruder und seiner herrschsüchtigen Schwägerin klarmachen können. Aber wenn er das alles aus dem Wege geräumt hat, dann steht seinem Triumph nichts mehr im Wege!

Kira Funke ist ein junges Mädchen an der Schwelle zum Erwachsensein, das doch schon so viel Kummer in ihrem Leben mitmachen musste. Erst starb ihr kleiner geliebter Bruder, dann verunglückte ihr Vater tödlich. Kira kann mit ihren 16 Jahren die Welt nicht mehr verstehen und doch lässt sich Kira von ihrer Freundin dazu überreden, an einem Modelcasting teilzunehmen. Ihre Chancen sind groß eine Runde weiter zu kommen, aber die eh schon sehr dünne junge Dame muss bis zum Casting noch etwas abnehmen und wie geht das leichter, als einfach das Essen einzustellen!

Hannah Wagner, eine ehrgeizige Journalistin, arbeitet einer brisanten Story. Ist es wirklich wahr, das der Chefjuror des Modelcastings seine Macht ausnutzt und eine „Gegenleistung“ von den Mädchen erwartet, die er eine Runde weiter bringt? Sie will ihm das Handwerk legen. Dann kommt Dennis, der Sohn von Hannahs Liebhaber und der Neffe von Moritz Koch, und erzählt ihr tief erschüttert, dass seine heimliche Liebe Kira tot ist! War es wirklich ein Selbstmord?

Dann wird ein Toter im Bürgerpark gefunden, abgelegt im Tiergehege. Heiner Hölzle und seinem Team gelingt es schnell, den Toten zu identifizieren, und es stellt sich heraus, dass es der Märchenforscher ist. Wer hatte einen Grund ihn zu töten und welche Rolle spielt sein Bruder in diesem Fall?

Als dann auch noch weitere Hauptpersonen des Buches tot aufgefunden werden, ist das Verwirrspiel komplett. Was haben die Toten gemeinsam und hat es Bremen mit einem Serientäter zu tun?

Heiner Hölzle steht unter wahnsinnigem Druck. Nicht nur die Mordfälle lasten auf ihm, sondern auch seine beiden Neffen sind zu Besuch in Bremen und machen sein Leben nicht entspannter. Als wäre das nicht schon genug, kriselt es in seiner Beziehung zu Christiane gewaltig, besonders nachdem sie ihn bei innigem Tanz mit der Rechtsmedizinerin erwischt. Kann Hölzle die Morde aufklären, seine Neffen im Zaum halten und seine Beziehung zu Christiane retten?

Die Geschichte nimmt immer mehr Fahrt auf und endet dann in einem spannungsgeladenen Finale!

Die beiden Autorinnen haben auch in diesem „Hölzle“ ihren feinen Sinn für Spannung bewiesen. Was am Anfang etwas verwirrend erscheint, verdichtet sich immer mehr und der Spannungsbogen steigt unaufhörlich. Nicht nur bei seiner Arbeit gibt Hölzle alles, um die Probleme zu lösen.

Mir hat auch der dritte Band der Bremen-Krimireihe sehr gut gefallen. Wer die beiden Vorgänger schon gelesen hat, trifft auf schon bekannte Figuren, die hier noch mehr Kontur bekommen, was mir sehr gut gefallen hat und den Personen so etwas alltägliches und gut bekanntes gibt. Auch die fallbezogenen Figuren werden sehr fein und klar gezeichnet! Trotz aller Dramatik vergessen die Autorinnen den schon bekannten Wortwitz des Heiner Hölzle nicht. Im deutlichen Gegesatz dazu steht die sehr feinsinnige Beschreibung der bis ins tiefste erschütterten Kira und ihrer Mutter. Für mich ist dieser Roman wieder eine gekonnte Symbiose aus schwäbischer Sturheit und bremischem Starrsinn!

Das Buch ist zwar das dritte Buch der beiden Autorinnen, nach „Schwanensterben“ und „Rotglut“, aber man kann die Bücher auch einzeln lesen. Ich empfehle aber, da sich die Personen um Heiner Hölzle immer weiter entwickeln, die Bücher der Reihe nach zu lesen. Für die, die noch keines der Bücher gelesen haben, wird es Zeit, aber drei Bücher mit solcher Spannung bekommt man locker hin, ehe am 3.2.2016 der vierte Hölzle „Rabenfraß“ erscheint!

Die beiden Autorinnen waren so lieb und haben mir neugierigem Schreiberling ein paar Fragen beantwortet.

 

Interview mit Biggi Rist und Liliane Skalecki

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, gemeinsam zu schreiben?

LS: Als wir mit dem Schreiben anfingen, kannten wir uns schon geraume Zeit. Immer mehr zeigte sich, dass uns nicht nur unser Hobby – die Pferde – verband, sondern auch die Freude am Lesen und Schreiben. Nur hatte keiner von uns bis dato es gewagt, einen Roman in Angriff zu nehmen. Doch als sich bei uns die Idee im Kopf festgesetzt hatte, gab es kein Halten mehr. Unsere Karriere als Krimiautoren begann…

Wie schreibt man zusammen? Hat jeder seine Lieblingsfiguren?

LS: Zunächst entwickeln wir gemeinsam die Geschichte, erfinden erste Figuren, wer mordet wen, warum und wie. Dann teilen wir die Kapitel unter uns auf, jeder beginnt zu schreiben. Die fertigen Kapitel schicken wir uns zu, jeder liest kritisch, was die andere geschrieben hat, setzt den Rotstift an. Dies erfordert im Besonderen großen Respekt voreinander und gegenseitiges Vertrauen. Nur so funktioniert es.

BR: Da ich die Ermittlungsarbeit beschreibe, liegt mir Heiner Hölzle, Kriminalhauptkommissar der Kripo Bremen besonders am Herzen. Nicht nur deswegen, weil er aus dem gleichen Bundesland stammt wie ich :-). Ansonsten lieben wir unsere „Kinder“ vorbehaltlos. Und, wenn sie uns auf die Nerven gehen sollten, können wir sie ja „verschwinden“ lassen :-).

Warum Krimi?

BR: Weil wir selbst gerne Kriminalromane lesen, und wir so unsere dunklen Seiten ausleben können, ohne, dass jemand zu Schaden kommt 😉

Biggi, von Liliane alleine gibt es auch andere Bücher, wird es von dir auch mal ein Buch im „Alleingang“ geben?

BR: Liliane war bisher im Sachbuchbereich tätig – Chroniken, Biographien u. ä.
Ja, der Wunsch ist da, allein die Zeit ist momentan einfach knapp. Ein historischer Roman würde mich reizen.

Wie sieht der Tag eines Autors aus?

LS: Wie der Tag eines jeden ‚normalen‘ Menschen. Haushalt, sich um die Tiere kümmern, dem eigentlichen Job nachgehen. Und dann, wenn es dich packt, ab an den Laptop und mit dem Schreiben loslegen.

Schreibt ihr je nachdem, wann euch die Muse küsst, oder habt ihr feste Zeiten?

LS: Wir haben beide viel um die Ohren, feste Zeiten einplanen ist nicht unbedingt drin. Aber plötzlich kreisen Ideen im Kopf und dann setzt man sich hin und schreibt und schreibt und schreibt…

BR: Genau so ist es. Und man vergisst dabei alles um sich herum.

Viele Autoren suchen lange, oft vergebens, nach einem Verlag. Wie war das bei euch?

BR: Ja, das stimmt. Viele setzen daher bei der Suche nach einem Verlag Literaturagenten ein. Darauf haben wir verzichtet. Wir haben vier, soweit ich mich erinnere, Verlage angeschrieben, die stark auf dem Markt des Regionalkrimis vertreten sind. Dabei war der Gmeiner Verlag in Meßkirch der erste, dem wir Exposé und die ersten 50 Seiten von ‚Schwanensterben‘ geschickt haben. Zunächst kam die Antwort ‚Bitte gedulden Sie sich, es kann dauern‘.

LS: Doch schon wenig später forderte man das Gesamtmanuskript an, und kurz danach kam die Einladung zur Frankfurter Buchmesse. Hier lernten wir unsere Lektorin, die auch die Programmleitung innehat, Claudia Senghaas kennen. Die Chemie zwischen uns stimmte, das Buch, das heißt, unsere Geschichte war spannend, qualitätsvoll und gut recherchiert. Es ging alles sehr schnell, und wir konnten es zunächst gar nicht wirklich fassen.

Mir wurde geflüstert, der nächste Band spielt im Harz. Tourt Hölzle jetzt durchs Land? Wie wird es weiter gehen?

LS: Hölzle musste einfach mal abschalten. Da bot sich für ihn diese wunderbare, aber auch mörderische Landschaft des Harzes an, und die Idee zu „Rabenfraß“ war geboren. Sein nächster Fall wird in der Advents- bzw. Weihnachtszeit spielen, mehr wird nicht verraten. Wo es unseren Hölzle noch hin verschlägt? Wer weiß?

Was plant ihr so für die Zukunft, wird es mal ein Buch mit anderen Protagonisten geben, oder bleibt Hölzle euer einziges Baby?

BR: Hölzle ist sozusagen unser Erstgeborener. Aber, momentan heben wir gerade „seine Schwester“ aus der Taufe, die völlig anders ist als er und auch aus einem völlig anderen beruflichen Umfeld kommt.

Wird es von euch eine Lesung auf der Buchmesse geben?

BR: Angedacht ist eine Lesung aus „Rabenfraß“ während der Leipziger Buchmesse. Es gibt ja die schöne Idee „Leipzig liest“. Konkret kann ich aber dazu noch nichts weiter sagen.

Zum Schluss noch die Frage, die wahrscheinlich jeder fragt: Wer ist euer Lieblingsschriftsteller, euer Lieblingsbuch, oder hat man nach dem Schreiben keine Lust mehr zu lesen?

LS: Ohne Bücher könnte ich nicht sein. Und die Bücher beginnen zu leben, wenn ich sie lese. Meine Favoriten sind vor allem französische Krimiautoren, wie Fred Vargas, Franck Thilliez, Bernard Minier oder Jean-Christophe Grangé.

BR: Da stimme ich Liliane zu. Ein Leben ohne Bücher? Geht gar nicht. Meine Lieblingsautoren sind buntgemischt: Ken Follett, Rebecca Gablé, Tom Clancy, Patricia Cornwell, Karen Rose. Aber auch deutsche Autoren wie z. B. Jacques Berndorf.

Liebe Biggi, liebe Liliane, ich danke euch für das Interview!

 

Nun hoffe ich, dass ich euch neugierig gemacht habe. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der gerne Regionalkrimis liest und auch jedem, der eine Verbindung zu Bremen hat, so wie ich! Und damit ihr nicht vergesst, dass bald Weihnachten ist: Wie wäre es denn mal mit einem spannenden Krimi statt Süßigkeiten im Stiefel am Nikolaustag?

Wenn ihr das Buch erwerben möchtet, dann könnt ihr das auf der Verlagsseite oder beim Bücherwurm tun.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den nächsten Hölzle und hoffentlich bin ich bei der Lesung im Rahmen von Leipzig liest dabei!

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike

 

 

 

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