„Krähenmutter“ – ein Krimi von Catherine Shepherd

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Ist es euch schon einmal passiert, dass man euch etwas, ohne dass ihr es mitbekommen habt, gestohlen hat? Dieser eisige Schreck und das Gefühl, dass es gerade ein schlechter Scherz ist? Wie mag sich da eine Mutter fühlen, deren Kind plötzlich im Supermarkt verschwindet?

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Kafel Verlag zur Verfügung gestellt, dafür hier mein herzliches Dankeschön!

Baby, ein kleiner Junge von 10 Jahren. Seine Mutter hat ihm nie einen Namen gegeben, er ist nie zur Schule gegangen. Aber sie hat sich aufopferungsvoll um ihn und seine unzähligen Geschwister gekümmert.

Laura, eine junge Kriminalbeamtin des Berliner Landeskriminalamtes im Dezernat für Entführung, erpresserischen Menschenraub und Tötungsdelikte. Sie ist Expertin auf ihrem Gebiet und eine der besten Ermittlerinnen. Aber sie trägt ein dunkles Geheimnis mit sich. Ein Geheimnis, das sie zu einer Spezialistin in Sachen Entführung werden ließ. Laura wurde selbst als Kind entführt und war in den Händen ihres Peinigers. Sie konnte entkommen, trägt aber das Mal ihres Traumas als Narbe auf ihrem Körper. Aus diesem Grunde ist sie in der Lage, sich in ihren Fällen in den Täter hineinzuversetzen und kann ihrer Intuition trauen.

Sophie Nussbaum, eine attraktive junge Mutter, verheiratet mit dem viele Jahre älteren Unternehmer und Senator Matthias Nussbaum. Als sie den kleinen Henry auch nur wenige Minuten aus den Augen lässt, wird er in einem Supermarkt entführt.

Laura und ihr Kollege Max werden mit dem Fall betraut. Sie stehen unter großem Druck, sind doch die ersten Stunden einer Entführung für das Überleben des Entführungsopfers entscheidend. Außerdem ist das Augenmerk der Senatorin auf sie gerichtet. Durch die Prominenz der Familie Nussbaum und die vielen politischen Drähte, die der Vater zieht, ist der Entführungsfall von hohem öffentlichen Interesse.

Wer hat das Baby entführt und warum? Hat vielleicht der Vater seine Hände im Spiel und das ganze ist nur ein perfider Promotiontrick seiner Firma für Überwachungsgeräte? Wie kommt der Kinderwagen des kleinen Henry in den Keller der Familienvilla?

Spuren und Fragen, denen Laura und Max nachgehen, aber ohne so richtig zu einer heißen Spur zu kommen. Max ist auch nicht wirklich bei der Sache. Seine Frau ist erneut schwanger und seit seiner Affäre mit Laura extrem eifersüchtig und besitzergreifend. Sie verlangt etwas fast unmögliches – einen geregelten Feierabend. Max tut sein Bestes, auch mit dem Wissen, dass er Laura die Arbeit oft alleine machen lässt. Laura ist enttäuscht. Ihr neuer Kollege Taylor ist da aus ganz anderem Holz geschnitzt. Ihm vertraut sie sich an und mit ihm kann sie über ihre Arbeit sprechen. Er versteht sie so gut, ist er doch selber in einer Sackgasse bei seinen Ermittlungen im Fall eines Pärchenmörders. Aber als Taylor den Versuch macht, näher an sie heran zu kommen, schreckt Laura zurück. Zu tief ist die Angst.

Dann verschwindet ein weiteres Kind! Wo ist der Zusammenhang zwischen den beiden Entführungsfällen? Die Zeit rennt davon und die Angst wird immer größer, die Kinder nicht lebend zu finden.

Können es Laura und Max schaffen, die Kinder rechtzeitig zu finden?

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich hatte es sehr schnell durch. Das Thema Kindesentführung wird hier ganz anders in Szene gesetzt, als man es sonst so liest und es vermuten könnte. Auch gelingt es der Autorin den Spannungsbogen immer hoch zu halten. Selbst wenn die Lösung zum Greifen nah scheint, kommt eine Wendung und schon fängt man bei Null wieder an. Man muss einfach immer weiter lesen, man will einfach erfahren was nun mit den Kindern geschieht.

Catherine Shepherd hat mit dem Ermittlerduo zwei sehr gegensätzliche Personen geschaffen. Laura mit ihrer Angst vor Nähe und Familie und Max, der absolute Familienmensch. Das macht die Arbeit der beiden nicht leicht, aber immer spannend. Man fragt sich, wie lange Laura noch Max‘ Rückzieher in den Ermittlungen hinnimmt. Die beiden Charaktere sind trotz allem sehr sympathisch und zeigen Kontur. Auch die Tatsache, dass beide ein Verhältnis hatten und sich Max dann doch für seine Familie entschieden hat, macht die Beziehung der beiden spannend. Taylor bringt dann dieses kleine Quentchen Eifersucht und körperliche Anziehung ins Spiel, das die Geschichte noch spannender und aus der Ermittlerin Laura eine ganz normale Frau macht.

Auch wenn ich mir an manchen Stellen die einzelnen Personen noch ein bissel feiner gezeichnet gewünscht habe, so birgt das doch viel Potential für weitere Bücher mit diesen Hauptprotagonisten. Ich hoffe doch sehr, dass wir erfahren werden, ob Max den Dreh findet Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen und ob Laura ihr Trauma überwinden kann und ob es zwischen ihr und Taylor weiter knistert!

Ein wunderbarer Krimi für gemütliche und spannende Stunden an langen Winterabenden! Auch ein sehr gutes Geschenk für alle Fans von Lokalkrimis!

Wer mehr über die Autorin und ihre Bücher erfahren möchte, der kann sich auf ihrer Homepage umschauen und auch hier!

Es war das erste Buch, welches ich aus der Feder von Catherine Shepherd lese, aber es wird bestimmt nicht das letzte sein!

Wenn ihr nun neugierig geworden seid und dieses wunderbare Buch auch lesen oder verschenken wollt, dann könnt ihr es hier erwerben! Auch alle anderen Bücher von der Autorin sind dort erhältlich.

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike

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3 Gedanken zu “„Krähenmutter“ – ein Krimi von Catherine Shepherd

  1. Tolle rezension. Es war echt ein spannender Thriller und mal etwas anderes von Shepherd. Wenn dir die Krähenmutter gefallen hat, dann schau dir doch mal „Der Apfelfresser“ von Mark Villain an (hab ich bei Amazon entdeckt, nachdem ich die Krähenmutter durchgelesen hattte). Ist auch ganz neu auf dem Markt, spielt aber z.B, auch in Berlin und die Hauptdarstellerin ist auch eine Frau. Liebe Grüße Rike

    Gefällt 1 Person

    • Danke für den Tipp, Rike! ich bin ja immer auf der Suche nach guten Büchern und gerne auch mal von einem noch nicht so bekannten Autor, denn gerade dort habe ich schon wunderbare Bücher gefunden!
      Es kommen noch mehr tolle Rezensionen und ich würde mich freuen dich wieder zu lesen. Vielleicht magst du dich ja in die Reihe der „Verfolger“ (unten rechts) eintragen 😉
      Liebe Grüße und schöne Weihnachten!
      Heike

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