„Bärentöter“ – ein historischer Roman für Kinder und solche, die es immer geblieben sind!

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Keine Sorge! „Bärentöter“ von Roland Pauler ist kein Krimi und es geht nicht um den Teddybären-Mörder. Es ist ein sehr schöner historischer Roman für Kinder ab 14 Jahren!

Neben den Krimis und Thrillern sind es die historischen Romane, die in meinem unaufgeräumten Bücherregal viel Platz einnehmen. Aber ich bin da ein bissel anspruchsvoll. Sie müssen gut und historisch fundiert recherchiert sein. Nichts ist desillusionierender, als wenn im Mittelalter eine arme Bauernfamilie zum Sonntag gekochte Kartoffeln auf den Tisch stellt, weil das Geld für Fleisch an diesem Tage nicht reicht. Das ist jetzt ein bissel überspitzt, aber solche Fauxpas gibt es durchaus, wenn zum Glück auch sehr selten!

Bei Dr. Roland Pauler wird uns das nicht passieren, denn der weiß, wovon er spricht. Nach seinem Studium der Geschichte und Altphilologie erfolgte die Habilitation in mittelalterlicher Geschichte. Nach einigen Lehrtätigkeiten arbeitet er jetzt als freier Autor und hat unter anderem ein Hörbuch über Karl den Großen herausgebracht, welches ich als Karl-Fan schnell auf meine „muss ich haben-Liste“ geschrieben habe. In seinem Buch können wir also davon ausgehen, dass alles Hand und Fuß hat, auch wenn es selbstverständlich in einem Roman eine gewisse dichterische Freiheit gibt.

Das Buch wurde mir freundlicherweise von Literaturtest und dem Fabulus Verlag zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle einen herzlichen Dank dafür!

Bärentöter ist als Hardcover erschienen und besticht schon durch sein ansprechendes Äußeres! Selbst der Buchschnitt ist passend zum Cover in einem hellen grün. Ein absoluter optischer Hingucker.

Es spielt in Bayern, im Jahre 1348. In einem kleinen Dorf lebt der 14jährige Wilfried mit seiner Mutter und seinen Geschwistern. Das Leben der Familie ist hart, oft ist nicht genug zu essen da und oft genug gibt es nur Suppe aus Wurzeln und Gras. Wilfrieds Vater Bert wurde von Räubern bestialisch ermordet, als diese das letzte Vieh der Familie raubten.

Wie jedes Jahr kommt auch der Ungar Zoltán auf seinem Weg nach Nürnberg in dem Dorf vorbei. Er treibt Vieh zum Nürnberger Markt und macht immer Rast auf dem kleinen Hof von Wilfrieds Familie. So auch in diesem Jahr und er hofft, dass er Bert das letzte Stück wieder als Viehtreiber anwerben kann. Bestürzt erfährt er von dessen Tod. Wilfried bietet sich als Ersatz für seinen Vater an, weiß er doch, dass seine Familie ansonsten droht zu verhungern, wenn er nicht Geld für Lebensmittel beschafft, um die Familie über den Winter zu bekommen. Zoltán stimmt zu und auch Wilfrieds Mutter willigt nach langem Zögern ein.

Wilfried ist beeindruckt von dem weltmännischen Zoltán und will alles tun, dass er es nicht bereut, ihn als Viehtreiber mitgenommen zu haben.

Als Zoltán beim Absteigen das rechte Bein über den Pferderücken schwang, entdeckte Wilfried, dass er unter seinem Hemd ein Kleidungsstück trug, das den Unterleib bedeckte. So etwas hatte er im Dorf noch nie gesehen.

Rasch erfährt Wilfried, dass es kein Zuckerschlecken ist und er stets wachsam sein muss, denn der Tod lauert überall. Nicht nur die Bande von Räubern, die heidnische Rituale pflegt und eben solche Götter anbetet, ist eine Gefahr für den Jungen und den ganzen Treck. Auch Bären! Nach seiner ersten Begegnung mit einem Bären macht schnell die Nachricht die Runde, dass Wilfried etwas besonderes sein muss. Das stößt aber nicht nur auf Bewunderung, sondern auch auf Angst und Missgunst. Er wird das Ziel der heidnischen Räuber, nicht nur weil er der Bärentöter ist, sondern auch weil er seinen leiblichen Vater findet. Kann Wilfried mit Zoltán das Vieh bis Nürnberg bringen und was wird aus ihm und seiner Familie, wo er jetzt seinen wahren Vater gefunden hat? Kann Wilfried die Mörder Berts zur Strecke bringen?

Zu Anfang war ich überrascht von diesem Buch, zeigt es uns doch gleich zu Anfang die Härte des Mittelalters, die damals alltäglich war, in den schillernsten Farben. Es wurde getötet, um zu überleben, gemordet und geraubt, auch Intrigen waren an der Tagesordnung. Ich war mir erst nicht sicher, ob ich es passend für ein Jugendbuch fand. Aber im Laufe des Lesens fand ich heraus, dass dieses Buch sehr anschaulich und verständlich die damaligen Zustände schildert und anhand der Geschichte um den Jungen Wilfried auch Kinder einen gut verständlichen Einblick in die Geschichte erhalten und dazu gehören auch die teilweise recht „blutigen“ Schilderungen. Vielleicht ist dieses Buch ja auch als Lektüre in Schulen geeignet, um den Kindern Geschichte nahezubringen. Mich hat es auf jeden Fall beeindruckt.

Ich habe es gelesen, als ich gerade in Frankfurt zur Buchmesse war. Am Stand von Fabulus habe ich dann die sehr nette Inhaberin des Verlages, Tanja Höflinger, kennengelernt. Sie erzählte mir, dass Roland Pauler am nächsten Tag am Stand sei und ich doch vorbei kommen solle. Ein kurzes Gespräch mit dem Autor wäre zwar reizvoll gewesen, aber leider habe ich es dann doch nicht geschafft. Aber vielleicht ein nächstes Mal, in der Hoffnung auf noch mehr spannende Geschichten aus dem Mittelalter von Roland Pauler!

Wenn ihr nun neugierig geworden seid und wissen wollt was Wilfried noch alles erlebt, dann könnt ihr das Buch auch erwerben, auf der Verlagsseite oder im Bücherwurm. Das Buch ist auch ein wunderbares Geschenk zu Weihnachten, oder habt ihr schon alles für Geschwister, Kinder, Enkelkinder und wer da noch so infrage kommt? Denkt daran, Weihnachten kommt wieder schneller als wir glauben!

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike

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2 Gedanken zu “„Bärentöter“ – ein historischer Roman für Kinder und solche, die es immer geblieben sind!

  1. Liebe Heike,
    ich hab dir schon bei LovelyBooks für deine Rezension gedankt und unter Irismaria nochmals einen Kurzkommentar geschickt. Interessant, dass du dich für Karl den Großen interessierst. Meine beiden vermutlich letzten wissenschaftlichen Bücher widerlegen jahrhundertealte Fehlurteile der Forschung zu Karls Streit mit seinem Bruder und seiner Ehe mit der Tochter des Langobardenkönigs Desiderius. Außerdem deute ich die Quellen zum Attentat auf Papst Leo III. ganz neu und überraschend. Die beiden Bücher sollten Anfang Oktober erscheinen, aber es hat sich wohl verzögert. Sie erscheinen im Verlag Ars et Unitas, sind allerdings nach wissenschaftlichen Normen mit Anmerkungen, Lateinzitaten etc., geschrieben, aber ganz lustig zu lesen. Ich habe vergnüglich die Forschung seit dem 19. Jahrhundert zerpflückt. Vielleicht zerpflücken nun die Größen des Fachs meine Thesen und Argumente .
    Herzliche Grüße
    Roland
    P.S. Mach bitte Gebrauch von meiner Emailadresse

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