„Zeit für Eisblumen“ – ein wunderbarer Roman mit Tiefgang von Katrin Koppold

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Meine erste Leserunde bei LovelyBooks und mein erstes Buch von Katrin Koppold! Sozusagen Doppelpremiere!

Angemeldet bin ich bei LovelyBooks schon ewig, aber bisher hab ich mich an die Leserunden nicht rangetraut. Ich hab dann von dieser Leserunde gehört und weil das Buch mich eh schon interessierte, hab ich mich angemeldet. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten war ich dann auch drin und wußte wie es geht. Ich muss sagen, es hat viel Spaß gemacht gemeinsam mit anderen ein Buch zu lesen! Danke Katrin, dass ich dabei sein durfte!

„Zeit für Eisblumen“ ist der zweite Band in der „Sternschnuppenreihe“, nach „Aussicht auf Sternschnuppen“. Danach kommen noch „Sehnsucht nach Zimtsternen“ und „Hoffnung auf Kirschblüten“. Damit ist die Reihe um vier Schwestern abgeschlossen.

Fee ist eine erfolgreiche Modejournalistin und Mutter eines süßen kleinen Jungen. Eigentlich müsste sie die glücklichste Frau der Welt sein, denken sicher viele von euch, aber das ist sie nicht.

Das Leben spielt nicht immer so, wie man das in seinem persönlichen Drehbuch geplant hat. Fee, erfolgreiche Redakteurin eines Boulevardsenders, jettet um die Welt und ist immer am Puls der Zeit, was Mode angeht. Sie lebt glücklich mit ihrem Freund Sam zusammen, der die Apotheken seines Vaters übernehmen soll. Doch dann wackeltt es ziemlich in Fees Leben. Sam überwirft sich mit seinen Eltern und will lieber Lehrer als Apotheker werden. Wenn das nicht schon genug Wanken wäre, ist Fee nach einem „One-Night-Stand“ plötzlich schwanger. Wer ist der Vater, Sam oder der attraktive Geiger aus Irland? Fee lässt alle in dem Glauben, dass nur Sam als Vater in Frage kommt und dass es niemanden anderen als ihn gibt. Das nagt an ihr und ihrem Gewissen. Nun wird es aber Zeit sich zu freuen!

Nach der Geburt von Paul ist aber leider nicht das schlimmste, die Geburt, vorbei, sondern Fee bekommt eine Wochenbettdepression. Sie leidet sehr und immer wieder denkt sie an den Geiger und fühlt, dass die Depression die Strafe für ihr Schweigen ist. Doch sie verdrängt es weiter und irgendwann funktioniert sie wieder halbwegs und geht rasch wieder arbeiten. Wenn alles wieder so ist wie früher, dann ist doch alles wieder gut, oder?

Fees und Sams Liebe bleibt bei dem ganzen Stress um Fees Arbeit, den kleinen Paul und Sams Ausbildung zum Lehrer ziemlich auf der Strecke. Immer häufiger bekommt Fee Panikattaken. Es kommt soweit, dass sie sich auf Drängen ihres Chefs krankschreiben lassen muss, um einen klaren Kopf zu bekommen. Als sie dann auch noch herausfindet, dass Sam sie mit ihrer verhassten Kollegin Monika zu betrügen scheint, ist das Maß voll und Fee fährt mitten im Winter mit ihrer Mutter und dem kleinen Paul nach Irland. Sie will dort endlich herausfinden, wer Pauls Vater ist. Ihre Mutter erfährt aber von dem wahren Grund nichts. In Irland angekommen, kommt wieder mal alles anders als Fee denkt. Irgendwann landen sie in einer kleinen Bar und mieten sich dort ein. Fee weiß, dass der vermeintliche Vater von Paul hier in der Nähe auf dem Gestüt seiner Mutter arbeitet. Kann Fee hier endlich zur Ruhe kommen und mit der Vergangenheit abschließen, oder muss sie alles, was war, hinter sich lassen?

Fee wirkt auf den ersten Blick ziemlich egoistisch und zickig. Erst wenn man sie im Verlaufe des Buches näher kennenlernt, lernt man Wesenszüge kenne, die auch eine weiche, traurige und hilflose Fee zeigen. Sehr schmerzhaft muss sie lernen, dass eben nicht alles so passiert, wie sie es sich wünscht, sondern dass das Leben immer seinen eigenen Weg geht und der ist bekanntlich nicht immer der leichteste! Im Verlauf der Geschichte merkt Fee, dass nicht Erfolg und Geld das wichtigste im Leben sind, auch muss sie loslassen lernen. Loslassen von ihren eigenen egoistischen Idealen. Man erlebt ihre Angst und Nöte wirklich hautnah mit. Auch ihre Mutter stellt Fee in vielen Dingen vor fast vollendete Tatsachen und nur weil Fee egoistisch darauf beharrt, das alles so bleiben muss wie es war, ist ihre Mutter dazu nicht bereit.

An manchen Stellen tat mir Fee richtig leid. Das Leben beutelt sie ganz schön. Dann gab es wieder Augenblicke, wo ich nur die Augen verdrehen konnte und mich fragte, wann sie endlich in der Realität ankommt. Es gab aber auch Phasen, wo ich Fees Traurigkeit direkt spürte und mit ihr gelitten und gewein habe.

Katrin Koppold hat in ihrem Buch ein ganz brisantes Thema angefasst, Wochenbettdepression. Man schätzt, dass jährlich ca. 80.000 Frauen daran erkranken, aber die Dunkelziffer ist sehr hoch! Es gilt auch immer noch als Tabuthema, eine Mutter hat sich gefälligst zu freuen und ihr Kind innigst von der ersten Sekunde an zu lieben! Doch manchmal ist das eben nicht so und darunter leiden nicht nur die Mutter, sondern auch Kind um Familie. Katrin hat dieses Thema mit einer bewundernswerten Sensibilität angefasst, es aber trotzdem in klaren Farben und seiner ganzen Härte gezeigt.

Das Buch hat mich sehr bewegt. Ich habe es mal wieder fast in einem Rutsch gelesen. Man will einfach immer weiter lesen, um zu wissen, wie es mit Fee weiter geht. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und die einzelnen Protagonisten sind gut dargestellt. Wenn auch bei denen, die nicht gerade die Hauptprotagonisten sind, noch Potential da ist. Aber ich habe ja auch noch nicht die anderen Bände gelesen! Es ist ein Buch, welches man auf den ersten Blick als typischen Frauenroman abtun kann, das ist er aber eben nicht. Er hat deutlichen Tiefgang und sorgt dafür, dass man über Fee und ihre Geschichte, und vielleicht über die eigene, nachdenken muss.

Ich kann euch dieses Buch nur ans Herz legen. Es lohnt sich, einen Blick in Fees Leben zu werfen!

Wer jetzt gerne mit Fee nach Irland fahren möchte, der kann das Buch als Taschenbuch beim Bücherwurm erwerben. Als Ebook ist es hier erhältlich. Dort kann man dann auch die anderen Bücher von Katrin Koppold erwerben.

Die Sternschnuppenreihe ist ja nun eigentlich abgeschlossen, aber es kommt am 02.11.2015 ein Buch heraus, in dem es um eine gute Freundin von Fee geht und auch viele Gesichter der Sternschnuppenreihe wird man hier wiedertreffen! Wer neugierig ist, schaut mal auf der Website der Autorin! Dort kann man sich auch über die anderen Bücher von ihr informieren.

Ein schönes Weihnachtsgeschenk wäre es auch. Dabei fällt mir ein, was verschenkt ihr denn am liebsten, Selbergemachtes, was Gekauftes oder doch Gutscheine oder Geld?

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike

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