„Azahrù – Wer den Weg verliert“: ein Buch über Ehre, Heimat und eine große Liebe von Richard Mackenrodt

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Wart ihr schon einmal in der Wüste, habt ihr die Lichtspiegelungen und die scheinbare Unendlichkeit der Wüste gesehen? Nein? Wenn ihr das Buch von Richard Mackenrodt gelesen habt, dann werdet ihr glauben, zusammen mit Azahrù dort gewesen zu sein und seine Geschichte ist euch vertraut wie eure eigene.

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Edition Takuba und von Literaturtest zur Verfügung gestellt, dafür an dieser Stelle herzlichen Dank!

Ich habe euch schon ein Buch von Richard Mackerodt vorgestellt: „Die kleine Insel am Ende der Welt“. Hier habe ich nun seinen Debutroman, der so gar nichts mit der Leichtigkeit und Spritzigkeit von „Die kleine Insel am Ende der Welt“ gemein hat.

Den Autor habe ich euch ja schon einmal vorgestellt, deswegen komme ich gleich zum Buch.

Das Cover ist schon sehr ansprechend gemacht. Der Tuareg mit diesen unglaublich leuchtenden Augen, in blauem Gandoura und Tagelmust. Dahinter die unendliche Weite der Wüste. Das Buch hat ein Hardcover und kommt mit Lesebändchen sehr edel daher.

Gandoura wird das Überkleid der Tuaregmänner genannt und Tagelmust ist der Gesichtsschleier, den im Gegensatz zu anderen muslimischen Völkern hier nur die männlichen Tuareg tragen, und dies auch fast immer. Gerade in Gegenwart fremder Menschen wirkt er wie ein Schutz.

Die Geschichte handelt von dem Tuareg Azahrù, der hier seine Lebensgeschichte erzählt. Sein deutscher Vater Franz kam, ehe der 2. Weltkrieg ausbrach, zu einem Stamm der Tuareg, um dort die Sprache und das Leben dieser Menschen zu studieren. Seine Mutter Luise, eine Malerin, begleitete seinen Vater und beide freundeten sich schnell mit den Tuareg an und lebten mit ihnen, als gehörten sie zum Stamm dazu. Luise wurde schwanger und weigerte sich, für die Geburt zurück nach Deutschland zu gehen. Widerwillig stimmte Franz zu. Doch leider ging das nicht gut aus und so wuchs der kleine Leo, so hatten ihn seine Eltern genannt, als Sohn des Karawanenführers auf und wurde zu Azahrù. So, als hätte es Leo, Franz und Luise nie gegeben. Azahrù fehlte die Erinnerung an seine ersten Lebensjahre. Aber es muss ein schreckliches Geheimnis geben, das merkt der kleine Tuareg, als er das erste Mal an der Salzkarawane teilnehmen darf und ein deutscher Soldat die Tuaregs auf einen kleinen blonden Jungen anspricht. Wer war dieser Mann und warum kam es Azahrù so vor, als habe er ihn schon einmal gesehen? Warum scheint es jemanden zu geben, der so an Azahrù interessiert ist und sogar versucht, ihn zu töten?

Jahre später lernt Azahrù die Französin Madeleine kennen und verliebt sich in sie. Gibt es für die beiden eine Zukunft? Azahrù folgt seinem Gefühl und deckt dabei langsam das schreckliche Geheimnis seiner Familie auf und erfährt, wer seine Eltern waren und was mit ihnen passierte.

Richard Mackenrodt nimmt uns mit in ein Land aus 1001 Nacht. Eine fremde Kultur mit so fremdartigen Sitten und Gebräuchen, dass wir uns das kaum vorstellen können. Aber durch das deutliche Herausarbeiten der einzelnen Protagonisten kommt uns auch die Kultur der Tuareg immer näher: Das Ehrgefühl, der Zusammenhalt der Familie und die nie zu trennende Verbundenheit mit der Wüste. Der Autor erzählt die Geschichte Azahrùs wie ein Märchen, feinsinnig und tiefgründig. Die Geschichte des Jungen lässt einen nicht mehr los. So fremdartig uns die Lebensweise der Tuareg ist, so fesselt sie uns doch in ihrer besonderen Art.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Ich habe aber schnell gemerkt, dass man es nicht so einfach „weglesen“ kann. Die Geschichte Azahrùs macht nachdenklich und man muss immer mal „Pause“ machen, man fragt sich, ob sie tatsächlich passiert sein kann. Ein Buch für jeden, der es wagt, einen Sprung in die Wüste zu machen und abzutauchen in eine Kultur, die es im 21. Jahrhundert kaum mehr gibt. Das Wagnis lohnt sich und jede Seite ergreift uns mehr.

Das Buch gibt es auch als Hörbuch. Es wird vom Autor selbst ungekürzt gelesen. Ich habe einen Trailer dazu gefunden, den ich euch natürlich nicht unterschlagen möchte. Man hört den Inhalt der 1. CD und bekommt dadurch auch einen Eindruck vom Buch. Insgesamt hat das Hörbuch 12 CDs.

Nachdem ich mir den Trailer angehört habe, kann ich mir durchaus vorstellen, auch das Hörbuch einmal komplett anzuhören. Die Stimme von Richard Mackenrodt passt wunderbar zu der Geschichte. Wenn man mich fragen würde, was besser ist, Hörbuch oder Buch, so könnte ich mich hier nicht entscheiden!

Erwerben könnt ihr beides selbstverständlich auch und zwar am einfachsten auf der Verlagsseite.

Es ist auch ein schönes Geschenk. Ich muss euch einfach nochmal daran erinnern: In 3 Monaten solltet ihr schon alle Geschenke unter dem Baum haben! 🙂

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike

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Ein Gedanke zu “„Azahrù – Wer den Weg verliert“: ein Buch über Ehre, Heimat und eine große Liebe von Richard Mackenrodt

  1. Guten Abend!
    Das Buch kommt auf jeden Fall auf meine Wunschliste. Ich liebe solche Geschichten. Das Cover und die tolle Rezi haben mich jetzt total neugierig auf das Buch gemacht. Vielen Dank dafür. 🙂

    Wünsche noch ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße von der Nordsee,
    Su

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