„Das Geheimnis des Genter Altars“ von Klaus-Jürgen Wrede – Blogtour, Station 1

Hier beginnt nun endlich unsere erste Blogtour, und das vorgestellte Buch könnt ihr sogar gewinnen!

blogtour-1

Der Thriller „Das Geheimnis des Genter Altars“ von Klaus-Jürgen Wrede hat einen der spektakulärsten Kunstdiebstähle des 20. Jahrhunderts zum Thema, und wir wollen hier den geschichtlichen Hintergrund des Buches etwas beleuchten.

Das Buch ist kürzlich im acabus Verlag erschienen und wurde uns für die Blogtour von der Agentur Literaturtest zur Verfügung gestellt – dafür herzlichen Dank!

Würde man Kunsthistoriker nach dem bedeutendesten Gemälde des Mittelalters fragen, so würde der Genter Altar sicherlich mit an erster Stelle genannt werden. Eigentlich handelt es sich um 24 Tafelbilder, die gemeinsam einen Flügelaltar bilden, der in der St.-Bavo-Kathedrale im belgischen Gent aufgestellt ist. Bei geschlossenen Flügeln ist die „Alltagsseite“, bei geöffneten Flügeln die „Festtagsseite“ sichtbar. Im Mittelpunkt letzterer steht die „Anbetung des Heiligen Lammes“, Symbol für den Opfertod Jesu Christi, der die Erlösung der Menschheit möglich macht.

Der Altar wurde von Jan und evtl. seinem Bruder Hubert van Eyck geschaffen, wobei sich die Kunsthistoriker darüber noch streiten; seine Vollendung datiert wahrscheinlich in das Jahr 1432 oder 1435. Seine kunstgeschichtliche Bedeutung als Hauptwerk der altniederländischen Kunst beruht auch auf der Verwendung neuer Maltechniken, die die europäische Malerei revolutionierten.

Die bewegte Geschichte des Altars kann man hier nachlesen. Einige der Tafeln gelangten zeitweise nach Paris, andere nach Berlin; 1920 waren sie jedoch alle wieder in Gent vereint –  bis zum 11. April 1934! In dieser Nacht geschieht jener spektakuläre Diebstahl, der zum Dreh- und Angelpunkt des Thrillers wird. Gestohlen werden zwei Altartafeln: „Die gerechten Richter“ und „Johannes der Täufer“. Die polizeilichen Ermittlungen verlaufen ergebnislos, bis nach einigen Wochen ein Erpresserbrief beim Bischof eintrifft, in dem der Dieb die Rückgabe der Johannes-Tafel anbietet (die später auch erfolgt), für die „Gerechten Richter“ jedoch ein Lösegeld in Höhe von 1.000.000 Franc fordert! Der Bischof weigert sich, diese hohe Summe zu zahlen. Im Oktober bricht der Kontakt zum Erpresser ab. Was nun?

25. November 1934: Arseen Goedertier, ein reicher und angesehener Genter Bürger und Mitglied des Kirchenvorstands von St. Bavo, liegt im Sterben. Auf dem Totenbett kann er einem Vertrauten noch mitteilen, dass er wisse, wo sich die „Gerechten Richter“ befinden – doch bevor er das Versteck verraten kann, schließt er für immer die Augen… In seinem Schreibtisch finden sich tatsächlich Durchschläge der Erpresserbriefe, doch bleibt die ganze Angelegenheit reichlich mysteriös. Es finden sich Parallelen zu dem von Maurice Leblanc geschriebenen und im Jahre 1909 erschienenen Roman „Die hohle Nadel“ um den „Gentlemen-Verbrecher“ Arsène Lupin, in dem es ebenfalls um Kirchendiebstahl geht – wollte Arseen Goedertier etwa seinem Namensvetter nacheifern? Zu allem Überfluss soll Jahre später in einem Antiquariat ein Buch aufgetaucht sein, welches den Titel „Die gerechten Richter“ trug, aber lediglich die codierten Worte „Unter der Kathedrale – kurzer Tag – Treffpunkt von Vogel und Kuh“ enthielt. Hatte sich hier jemand einen Spaß erlaubt…?

Wie dem auch sei: Alle Nachforschungen führten zu keinem Ergebnis, die „Gerechten Richter“ sind nach wie vor verschollen. Das Ganze ist natürlich wunderbarer Stoff für eine erstklassige Verschwörungstheorie, in der – wenn schon, denn schon! – auch dem Orden der Templer eine wesentliche Rolle zukommt! Zeigt nicht die den „Gerechten Richtern“ benachbarte, die „Streiter Christi“ darstellende Tafel des Altars einen Tempelritter mit seinem Zeichen, einem roten Kreuz auf silbernem Grund? (Kleinlich wäre es, dagegenzuhalten, es könnte sich um den Heiligen Georg handeln…!)

Klaus-Jürgen Wrede nun macht aus diesen Zutaten ganz großes Kino. Wenn auch Logik und Plausibilität hier und da – quasi genretypisch, doch hat man in dieser Hinsicht schon weitaus abstruseres gelesen – auf der Strecke bleiben, so entwickelt sich doch eine rasante Story, die das Buch zu einem echten Pageturner macht. Mehr sei aber hier noch nicht verraten, schließlich hat die Blogtour gerade erst abgefangen!

Cover_Genter Altar

Wer auf das Buch neugierig geworden ist – Fans von Dan Browns Verschwörungsthrillern werden sicher ihre Freude an der Lektüre haben! -, kann es direkt beim Verlag ordern oder natürlich bei seinem lokalen Buchhändler erwerben. Oder er/sie nimmt an unserer Verlosung teil: Unter allen, die hier bis zum 13. September durch einen Kommentar ihr Interesse bekunden, wird nämlich ein vom Autor signiertes Exemplar verlost!

Abschließend bleibt mir nur noch, auf die zweite Station der Blogtour zu verweisen, wenn „Das Geheimnis des Genter Altars“ am 6. September in Catas Welt zu Gast ist!

Es grüßt euch vom Schreibtisch

Frank

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5 Gedanken zu “„Das Geheimnis des Genter Altars“ von Klaus-Jürgen Wrede – Blogtour, Station 1

  1. Huhu!

    Toll, dass es eine Blogtour zu diesem Buch gibt! Ich bin vor ein paar Wochen darauf aufmerksam geworden, hab es direkt auf meine Wunschliste gesetzt und nun bin ich ganz gespannt, was ihr im Rahmen der Blogtour noch darüber berichtet.

    Liebe Grüße

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  2. Lieber Frank,
    vielen Dank, dass du die ganzen Fakten noch mal so gut zusammengefasst hast!
    Ich muss ehrlich zugeben: Ich habe vom Genter Altar vor diesem Buch noch nichts gehört, umso faszinierter war ich, wieviele Fakten der Autor hier eingeflochten hat!

    Liebe Grüße
    Ivonne vom DeepGround Magazine

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  3. Hallo und vielen Dank für diese tolle Blogtour und die Verlosung! Das Buch klingt superspannend und ich habe bislang alle Bücher von Dan Brown gelesen. Deshalb vermute ich ganz stark, dass auch dieses Buch meinen Geschmack voll treffen wird. Sehr gerne versuche ich mein Glück im Lostopf.

    Viele liebe Grüße
    Katja

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  4. Hallo,

    das Buch klingt wirklich toll und es hat mich sofort neugierig gemacht, weshalb ich gerne mein Glück versuchen würden.
    Dein Beitrag hat mir auch sehr gut gefallen!

    LG

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