Venedig – kriminell und kulinarisch mit Commissario Brunetti

DonnaLeon

Diesmal werden gleich zwei Bücher auf einmal rezensiert! „Tod zwischen den Zeilen“ von Donna Leon, und „Bei den Brunettis zu Gast“: Rezepte von Roberta Pianaro und kulinarische Geschichten von Donna Leon. Wir wollen ja im November nach Venedig reisen und uns entsprechend vorbereiten!

Beide Bücher wurden uns vom Diogenes Verlag zur Verfügung gestellt. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Von Donna Leon und dem von ihr erfundenen Commissario Brunetti hat bestimmt schon jeder etwas gehört oder die eine oder andere Verfilmung gesehen. Schauplatz der Reihe ist die wunderbare und geheimnisvolle Stadt Venedig.

 

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Im Zentrum von Commissario Brunettis dreiundzwanzigstem Fall nun steht die Entführung und der Missbrauch Unschuldiger; die Opfer sind – Bücher! Tatort ist die altehrwürdige Biblioteca Merula. Wertvolle Bücher aus der Frühzeit der Buchdruckerkunst wurden gestohlen oder ihrer Illustrationen beraubt und damit ruiniert. Hauptverdächtiger ist ein zwielichtiger Amerikaner, der sich als Wissenschaftler ausgibt und seit der Entdeckung des Diebstahls verschwunden. Kann „Tertullian“, ein ehemaliger Priester und mutmaßlicher Zeuge, zur Aufklärung des Deliktes beitragen? Commissario Brunetti beginnt zu ermitteln und gerät dabei auch in manche Sackgasse, später geschieht (natürlich) noch ein Mord, doch schlussendlich gelingt Brunetti und seinen Mitarbeitern die Auflösung des Falles.

Heimliche Hauptdarstellerin ist wie immer die „Hauptstadt der Romantik“, Venedig, die wieder einmal einige ihrer Geheimnisse preisgibt. Der Leser erfährt einiges über die bedeutende Rolle, die Venedig bei der Entwicklung der Buchdruckerkunst spielte (so wurden hier um 1500 durch Aldo Manuzio die heute gebräuchliche Antiqua-Schrift und das Komma erfunden).

Das Buch ist gut geschrieben, rechte Spannung will allerdings nicht aufkommen. Wer die vorangegangenen Bände gelesen hat, wird sich freuen, die bekannten Personen wiederzutreffen, doch findet eine Weiterentwicklung der Charaktere kaum statt.

Die gebundene Ausgabe ist von bester Diogenes-Qualität, ein Lesebändchen allerdings hätte beim stolzen Preis von 24 Euro (für 288 Seiten) ruhig noch drin sein können. Kritisch anzumerken ist zudem, dass der Klappentext Fehler aufweist und offenbar wiedermal von jemandem geschrieben wurde, der das Buch nicht gelesen hat.

Alles in allem ist das Buch sicherlich kein Meilenstein der Kriminalliteratur, aber für Fans von Venedig und Commissario Brunetti durchaus lesenswert.

* * *

Als schöne Ergänzung für alle Brunetti-Fans, aber auch die Fans der italienischen Küche, ist das kleine Kochbuch “ Bei den Brunettis zu Gast“.

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Auch dieses Buch ist im hohen Standard der Diogenes-Bücher gefertigt und auch optisch ein Hingucker. In einem dunkelen Blau, mit Bild auf einen Obststand direkt an einem Kanal von Venedig, macht es Lust reinzuschauen. Innen ist das Buch gut gegliedert und hübsch illustriert und man möchte eigentlich gleich loskochen.

Das Buch beginnt mit einem kleinen Vorwort von Donna Leon, in dem sie uns ein bissel über die Esskultur der Italiener erzählt und wie das Buch entstanden ist.

Dann beginnt der Rezeptteil. Jedem einzelnen Rezeptkapitel ist ein Text vorgeschaltet, der uns etwas über Venedig, die venezianische Küche und das besonderen an beiden erzählt. Roberta Pianaro, von der die Rezepte sind, schreibt dann noch etwas zu dem entsprechenden Kapitel. Dann kommen die jeweiligen Rezepte und beim Lesen läuft einem schier das Wasser im Munde zusammen.

Der Rezeptteil ist untergliedert in:

Vorspeisen – Antipasti

Erster Gang – Primi Piatti

Gemüse – Verdure

Fisch und Meeresfrüchte – Pesci e Frutti di Mare

Fleisch – Carni

Nachspeisen – Dolci

In den einzelnen Kapiteln gibt es dann immer mal einen Hinweis und eine Lesepassage, die auf das Buch hinweist, in dem das Rezept vorkommt.

Alle Rezepte lesen sich durchweg sehr lecker, aber wer denkt, dass er hier etwas für die schnelle Feierabendküche findet, der irrt sich. Die italienische Küche hat auch sehr viel mit Gemütlichkeit zu tun und da haben Hast und Eile beim Kochen genauso wenig Platz wie beim Essen. Ein Rezept für z. B. „Orechiette con amorini e acciughe to go“ (Orecchiette mit Brokkoli und Sardellen)  wird man wohl eher nicht finden.  Dafür aber leckere Rezepte für das entspannte Essen!

Auch ich habe mir ein Rezept herausgesucht und es nachgekocht:

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Ragù di manzo con peperoni, cipolla, carote ( Rinderhack mit Peperoni, Zwiebeln und Karotten).

Im Zeitalter von „Schneller – Höher – Weiter“ denkt man freilich, bei der Verwendung von Hackfleisch wird das Rezept auch für italienische Verhältnisse schnell gekocht sein, aber weit gefehlt. Alleine das Hack mit Tomaten und Gewürzen soll mindestens 80 Minuten köcheln. Da ich ja von Natur aus ausgesprochen ungeduldig bin, war das schon die erste Herausforderung für mich. Aber ich kann nur sagen: Es hat sich gelohnt abzuwarten und wirklich alles genau nach Rezept zuzubereiten. Es war köstlich!

Die Rezepte sind alle sehr gut geschrieben, so dass auch ungeübteren Köchen (oder Köchinnen) das Zubereiten leicht von der Hand gehen wird.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich finde, es ist ein „Muss“, dieses Buch in seiner „Brunetti-Sammlung“ zu haben!

Erwerben kann man die beiden Bücher natürlich und zwar entweder bei eurem Bücherdealer vor Ort oder in dem euch vielleicht schon bekannten Onlineshop meiner Buchhandlung direkt gegenüber, der Buchhandlung „Bücherwurm“! Einmal „Commissario Brunetti – Tod zwischen den Zeilen„, sowie „Bei den Brunettis zu Gast„.

Übrigens, alle die aus Leipzig kommen oder diese wunderbare Stadt endlich mal besuchen wolle, der „Bücherwurm“ ist ein wirklich sehr hübscher und gut sortierter Buchladen mit wunderbaren und netten Mitarbeitern. Dort wird man immer gut beraten und bekommt sehr gute Lesetipps!

Jetzt aber ran an die Töpfe und dann mit vollem Bauch ab aufs Sofa und Brunetti lesen!

Es grüßen euch aus der Sofaecke und vom Schreibtisch

Heike & Frank

 

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