Vegane Wollalternativen Teil 4: Re-Jeans von Pascuali – ein Fallmaschen-Loop!

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Heute habe ich wieder eine vegane Wollalternative vorzustellen: Das Re-Jeans von Pascuali, ein Garn aus recycelter Jeans!

Die Firma Pascuali kennt ihr ja schon aus Teil 1 und Teil 3 zu diesem Thema.

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Zu meiner allergrößten Schande muss ich euch gestehen, dass ich den Knäuel nicht fotografiert habe, ehe ich angefangen habe zu stricken. Aber ich möchte euch doch die Banderole nicht vorenthalten. Ich hoffe ihr könnt mir diese kleine Unachtsamkeit verzeihen, war ich doch so infiziert von dieser Wolle, dass ich unbedingt loslegen wollte 🙂

Das Garn Re-Jeans ist hergestellt aus alten Jeans. So hat man auch im Sinne der Nachhaltigkeit gehandelt, wenn man das Garn verstrickt. Die Jeans werden wieder in ihre einzelnen Fasern zerlegt, gereinigt und dann zu einem sehr schönen Garn neu versponnen. Die Optik, die an Bouretteseide erinnert, ist etwas rustikal. Um so überraschender ist es, dass das Garn sehr angenehm weich ist. Die Strickwerke sind sehr robust und so für viele Projekte geeignet. Ich kann mir sehr gut eine leichte Jacke aus dem Garn vorstellen, aber auch Projekte für Kinder sind mit diesem Garn gut zu stricken. Da es ja strapazierfähig ist, bekommt man es auch beim Rumtollen nicht so leicht kaputt. Es ist pflegeleicht und kann in der Maschine gewaschen werden. Man sollte nur, wie eigentlich bei allen Projekten aus reiner Baumwolle, das Strickstück im Liegen trocknen, da es sich sonst durch das höhere Eigengewicht im nassen Zustand aus der Form ziehen kann. Das Garn lässt sich sehr gut verstricken und man muss auch keine Bedenken haben, dass man in den Faden hineinsticht, es ist gut verzwirnt. Es hat zwar einen ganz leicht „unebenen“ Charakter, aber auch Muster wirken hier sehr schön. Bei einer Lauflänge von 192m auf 100g ist es vielfältig einzusetzen.

Die vielen wunderschönen Farben, von zart bis kräftig, machen gleich Lust zum Stricken. Auch hier legt die Firma Pascuali Wert auf die Herkunft. Die Faser kommt aus Indien und das Garn wird dann in Portugal hergestellt. Wie immer ist es mit einer Farbe gefärbt, die nach Öko-Tex Standard 100 geprüft ist.

Ich habe mich nach langen Überlegen für einen Fallmaschen-Loop entschieden. Für mich ist das Garn nicht nur ideal für leichte Sommershirts, sondern auch für ein bissel Wärme am Hals, wenn es wieder kühler ist. Auch für mich als „Nicht-Veganer“ ist es für diesen Zweck richtiger Wolle vorzuziehen, da diese oft dann doch zu warm ist. Dazu ist das Strickstück auch nicht zu empfindlich und man kann es, wenn die Sonne dann herauskommt, einfach in die Tasche stecken.

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Der Loop ist ganz einfach zu stricken. Man errechnet anhand der gewünschten Größe die Maschen, die man anschlagen muss. Hier ist zu beachten, das der Loop beim Stricken noch enger ist und durch die Fallmaschen weiter wird. Man kann gut 1/3 Weite zusätzlich rechnen. Man strickt erstmal immer abwechselnd eine Runde rechte Maschen und eine Runde linke Maschen, bis zur gewünschten Höhe. So entsteht ein kraus-rechtes Strickstück. Nun werden die Maschen nach und nach mit einer Häkelnadel abgehäkelt, immer 2 Maschen abhäkeln und eine einfach fallen lassen. Die Lücke, die durch die heruntergefallene Masche entsteht, muss mit ca. 4-5 Luftmaschen überbrückt werden. Genau erklärt findet ihr diese Variante des Abketten entweder im Internet oder in dem Buch „Anschlagen und Abketten“, das ich vor einiger Zeit schon einmal vorgestellt habe. Die Variante ist aus zwei Gründen ideal, zum einen muss man ja mit Luftmaschen überbrücken und zum anderen ist die Kante dann nicht zu fest, aber auch nicht zu „labberig“. Ist man mit dem Abhäkeln fertig, muss man die fallengelassenen Maschen noch schön bis zum Anschlag runterziehen und fertig ist ein hübscher, nicht zu warmer Loop für den Übergang.

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So sieht das Ganze dann nochmal im Detail aus.

Sehr hübscht sieht es auch aus, wenn man die Anzahl der Maschen zwischen den Fallmaschen variiert.

Es ist ein wunderbar „schwatztaugliches“ Projekt und strickt sich mit diesem wunderbaren Garn wie von selbst!

Das war das letzte Garn in dieser Reihe aus dem Hause Pascuali. An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ganz herzlich bei Herrn Pascuali bedanken, dass ich die schönen Garne probestricken durfte. Es hat mir sehr viel Spass gemacht, mit diesen wunderbaren Garnen zu stricken.

Wer nun neugierig ist und wissen möchte, wer hinter dem Namen Pascuali steht, für den habe ich hier noch ein kleines Video.

Falls ihr jetzt neugierig geworden seid, könnt ihr das Garn im Shop von Pascuali erwerben.

Und nun, nichts wie ran an die Nadeln, es soll nächste Woche kalt werden!

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike, die jetzt auch die Nadeln schwingen wird

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