Rotglut – ein Bremen-Krimi von Biggi Rist und Liliane Skalecki

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Ich mag es gerne, wenn Bücher an einem Ort spielen, wo ich mich auskenne. Da ich vier Jahre in Bremen gewohnt habe, war das schon einmal der erste Grund, das Buch „Rotglut“ von Biggi Rist und Liliane Skalecki zu lesen. Der zweite Grund: Mir hat schon der Vorgänger „Schwanensterben“ total gut gefallen und – last but not least – habe ich beide Autorinnen bei einer Lesung zu „Schwanensterben“ kennengelernt und beide sind sehr sympathisch. Als ich Biggi dann auf der Geburtstagsfeier meiner lieben Freundin Britta traf, war es dann soweit, ich musste unbedingt wissen, wie es weiter geht in Bremen und bei Kommissar Hölzle!

An dieser Stelle noch einen ganz herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag!

2010: Heiner Hölzle, Kriminalkommissar bei der Bremer Mordkommision, ist wie alle im WM-Fieber, auch wenn er von seiner Christiane mehr oder weniger genötigt wurde, ihren Vater zur Spielübertragung mitzunehmen. Während die Deutschen gewinnen, wird im Bürgerpark ein Mann ermordet, der eigentlich schon seit Jahren tot ist. Hölzle ist es ganz recht, als er vom Essen mit der Familie weggerufen wird, aber auch er ist ratlos, als er herausfindet, wer der Tote im Bürgerpark ist.

1974: Überall haben die Terroristen ihre Hände im Spiel. Auch in Bremen gibt es Splittergruppen der RAF und es formieren sich im Untergrund Sympathisanten, um den Kapitalismus anzuprangern und versuchen, Änderungen mit Gewalt zu erzwingen. Es wird die Geschichte von drei jungen Menschen erzählt, die mit einer Geiselnahme Geld erpressen wollen, um es an anderer Stelle Bedürftigen zukommen zu lassen. Kann das gelingen, wo doch alle drei eher dilettantische Ideen haben? Gleichzeitig wird die Geschichte von einem jungen Mann erzählt, der früh für eine Familie Verantwortung übernehmen musste, sich aber eigentlich eher zu den Revolutionären und der Unabhängigkeit hingezogen fühlt. Es gelingt ihm nicht wirklich Kontakt zu den Spitzen des Terrorismus zu bekommen und so versucht er in eigener Regie einen Bombenanschlag auf ein Kaufhaus in Bremen. Das gelingt aber nicht, statt dessen kommt ein Mensch ums Leben und er ins Visier des Verfassungsschutzes. Was haben diese Vier mit dem Toten im Bürgerpark zu tun?

2010: Hölzle versucht verzweifelt einen Zusammenhang zu finden. Derweil steht ihm der Verfassungsschutz auf den Füßen und will ihn mit hinterlistigen Spielchen dazu bekommen den Fall abzugeben, nachdem er dies nicht freiwillig tun will. Auch in seinem Privatleben läuft es alles andere als gut. Christiane scheint auf das Werben eines aalglatten Beamten des Verfassungsschutzes einzugehen. Hölzle leidet sehr. Wenn doch nur dieser Fall irgendwie zu lösen wäre und er endlich herausbekommen könnte, was der Verfassungsschutz damit zu tun hat und was 1974 wirklich passiert ist! Die Lage spitzt sich zu und eine weitere Leiche wird gefunden. Der scheinbare Selbstmord muss bezweifelt werden, als man die Zusammenhänge ins Jahr 1974 endlich entdeckt!

Dieses Buch hatte mich von der ersten Seite an in seinem Bann! Eigentlich bin ich nicht so der Fan von politisch motivierten Kriminalfällen, aber das Autorenduo hat die Geschichte mit unglaublicher Rasanz und einem immer höher werdenden Spannungsbogen gezeichnet, dass man einfach nicht los kommt. Die Personen, die ich ja schon aus dem ersten Teil kannte, wurden noch genauer herausgearbeitet und man leidet ein bissel mit jeder Figur und ihrem Schicksal mit. Besonders gut gefallen hat mir, das auch der harte Kommissar Heiner Hölzle eine sehr weiche Seite bekommen hat, wo er doch eh meine Lieblingsfigur in dem Krimi ist und ich dieses nette Schwäbeln so mag. Auch finde ich den Umgang mit dem doch sehr schwierigen Thema RAF sehr geglückt. Es wird dabei auch deutlich, wie sehr Familien damals darunter gelitten haben, dass sich Angehörige dem Widerstand angeschlossen haben. Es war nicht nur die Familie der Opfer zerstört, auch die Familie der Täter war nicht mehr so, wie sie einmal war. Trotz des sehr emotionalen Themas gelingt es den beiden Autoren immer wieder, lustige Akzente in die Handlung einzubauen.

Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen und es sollte in einem guten Krimiregal nicht fehlen! Es ist zwar nicht wirklich zwingend, die Reihe beim ersten Buch zu beginnen, aber doch empfehlenswert. Die Geschichte der Hauptprotagonisten wird doch weiter erzählt und es wird doch das ein oder andere Mal auf „Schwanensterben“ Bezug genommen. Für das Verständnis des aktuellen Falles ist es aber nicht nötig. Ich persönlich finde nur immer sehr interessant, wie sich die Personen weiterentwickeln.

Ich kann euch jetzt schon einmal versprechen, dass bald der dritte „Hölzle“ hier als Rezension vorgestellt wird. Und vielleicht bekommen wir ja dann ein paar Infos von den beiden Autorinnen, wie es denn so weiter geht mit dem Schwaben in Bremen!

Wer ein bissel mehr über die beiden sympathischen Autorinnen wissen möchte und auch kleine Details über die Krimis, der kann auf der Website mal stöbern.

Erwerben kann man das Buch natürlich auch und zwar hier oder bei eurem Bücherdealer vor Ort!

Wer nach dem Buch Lust hat sich die Schauplätze einmal anzuschauen, dem kann ich nur sagen, dass die Reise nach Bremen sich lohnt. Maritimer Charme vermischt mit Bremer Herzlichkeit ist einfach schön. Wie wäre es zum Beispiel hiermit?  Für alle Liebhaber der Handarbeit: Bremen hat wunderschöne Wollgeschäfte. Das schönste verrate ich gerne auf Anfrage 😉

Denkt daran, der Herbst ist schon in Sicht und da muss man zeitig seinen Buchvorrat aufstocken, damit man bei Regen und Sturm nicht raus muss!

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike

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2 Gedanken zu “Rotglut – ein Bremen-Krimi von Biggi Rist und Liliane Skalecki

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