Die Provence – touristisch: mit Ralf Nestmeyer durch Südfrankreich

Und hier mal wieder eine Reiseführer-Rezension, diesmal geht es um das Reisehandbuch „Provence – Côte d’Azur“ und den Wanderführer „Provence“, beide von Ralf Nestmeyer!

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Die beiden Reiseführer wurden uns vom Verlag zur Verfügung gestellt, dafür herzlichen Dank!

Ralf Nestmeyers Südfrankreich-Reihe kann inzwischen durchaus als eines der Flaggschiffe des Michael Müller Verlags bezeichnet werden. „Provence – Côte d’Azur“ erschien erstmals 1997 und liegt nunmehr in 10. Auflage vor. Außerdem im Verlagsprogramm sind mittlerweile Spezialführer für Teilgebiete („Haute-Provence“ und „Côte d’Azur“), ein Reiseführer für die Nachbarregion „Languedoc-Roussillon“ und schließlich das Reisehandbuch „Südfrankreich“.

Fast 700 Seiten umfasst der vorliegende Band. In bewährter Art und Weise werden in einem ausführlichen Einleitungsteil Informationen zur Geschichte, Kultur und Landeskunde sowie praktische Hinweise gegeben. Besonders hervorzuheben sind die umfangreichen Literaturhinweise.

Die Beschreibung der Reiseziele ist nach sechs Teilgebieten (Haute-Provence, Alpes Maritimes, Côte d’Azur, Von Grasse nach Aix-en-Provence, Vaucluse und Bouches-du-Rhône) gegliedert. Das beschriebene Gebiet umfasst demnach etwa die Région Provence-Alpes-Côte d’Azur ohne deren nördlichste Teile (und natürlich Monaco); darüber hinaus sind Abstecher in’s italienische Ventimiglia und zum Pont du Gard zu finden. Etwas schade fanden wir, dass die von Arles oder Avignon aus oft besuchte Stadt Nîmes nicht mit aufgenommen wurde.

Alles in allem ist das Buch sehr unterhaltsam geschrieben, kann mit einer Fülle von Details punkten und ist opulent ausgestattet – kurz, es ist von jener hervorragenden Qualität, die der Leser von den Reiseführern aus dem Michael Müller Verlag gewohnt ist (auch hier mit einigen Abstrichen, was die Kartographie betrifft).

Die härteste Konkurrenz und Referenz auf dem Markt für Frankreich-Reiseführer sind ja die – unterm Strich freilich auch deutlich teureren – klassischen Grünen Reiseführer von Michelin. Dieselben legen das Hauptaugenmerk auf eine sehr ausführliche Beschreibung der Sehenswürdigkeiten und sind in dieser Hinsicht auch kaum zu toppen. Dagegen hat der Michael-Müller-Reiseführer durchaus die Nase vorn, was das ganze Drumherum betrifft – die Informationen zu Übernachtungs-, Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten sowie zu Verkehrsverbindungen sind hier bedeutend umfangreicher. Hinzu kommt der spezifisch deutsche Blickwinkel, etwa im Zusammenhang mit der deutschen Exilliteratur in den Jahren 1933 bis 1945, die ja damals hier ihre „Hauptstadt“ hatte.

* * *

Eine tolle Ergänzung für (fast) alle, die die Provence wandernd erfahren wollen, ist der Wanderführer aus der Reihe MM-Wandern. Das Wandergebiet beschränkt sich hier auf die Regionen westlich von Toulon und Draguignan, also ohne den Bereich der Côte d’Azur.

Leider können nichtmotorisierte Touristen wie wir nicht allzuviel mit dem Wanderführer anfangen, sind doch die Ausgangspunkte der Wanderungen in der Regel nicht oder nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Das ist freilich weniger dem Autor anzulasten als den ungenügenden Verkehrsverbindungen in der Region geschuldet. (Wir selbst mussten feststellen, dass nicht einmal Les Baux-de-Provence – das jährlich immerhin mehr als 1 Million Besucher zählt! – außerhalb der Saison mit öffenlichen Verkehrsmittel zu erreichen ist.)

In dem handlichen Bändchen, das 2013 in 2. Auflage erschienen ist, werden 39 Fußwanderungen beschrieben, die meist als Tages- oder Halbtagesausflüge durchgeführt werden können; die Länge varriiert von 6,2 km bis 25 km. Meist handelt es sich dabei um Rundwanderungen. Sehr hilfreich ist eine Kategorisierung der einzelnen Wanderungen nach Schwierigkeitsgrad und Kinderkompatibilität.

Alle Wanderungen werden ausführlich beschrieben, wobei jeweils eine sehr gute Übersichtskarte und ein Höhenprofil beigegeben wurden. Auch praktische Angaben wie Öffnungszeiten und Einkehrmöglichkeiten fehlen nicht. Viele schöne Fotos machen Lust, die Provence per pedes zu entdecken. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich zu einzelnen Wegpunkten GPS-Koordinaten downzuloaden, um die Orientierung im Gelände zu erleichtern.

Wer die beiden Reiseführer benutzt (oder „durcharbeitet“), merkt schnell, dass der Autor Ralf Nestmeyer nicht nur ein großer Südfrankreich-Fan, sondern auch ein sehr guter Kenner der Natur und Lebensart, Kultur und Geschichte der „Provinz“ ist, wie er ja auch in dem von meiner Frau hier besprochenen Krimi beweist!

Wie alle Michael-Müller-Reiseführer sind natürlich auch die beiden hier vorgestellten direkt beim Verlag (oder natürlich beim Buchhändler eures Vertrauens!) erhältlich. Damit dürfte einem kleinen Ausflug an die französische Riviera nichts mehr im Wege stehen – mit Glück gibt es Fahrkarten schon für unglaubliche 39 Euro, buchbar 4 Monate im Voraus!

Es grüßt euch vom Schreibtisch

Frank

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