Frauen, die den Faden in der Hand halten

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Wer von uns hat nicht gerne alle Fäden in der Hand? In diesem wunderschönen insel Taschenbuch geht es aber nicht um die Fäden der Macht, sondern um die Fäden der Handarbeit. Mein herzlichen Dank an den Suhrkamp Verlag, der mir dieses schöne Buch zur Verfügung gestellt hat!

Der Autor, Thomas Blisniewski, nimmt uns in diesem Buch mit auf eine Reise durch die Kunst- und Kulturgeschichte der Handarbeit, am Beispiel von Bildern berühmter Maler.

Das Buch ist eine gekürzte Taschenbuchausgabe des im Original im Elisabeth Sandmann Verlag erschienenen Bildbandes.

Es ist schon von seinem Aussehen sehr hübsch und geschmackvoll gestaltet. Der Einband ist aus etwas dickerer Pappe und es ziert ihn vorne das Bildnis einer stickenden Frau. Dass es gekürzt ist, fällt überhaupt nicht auf.

Das Buch selbst ist in mehrere Kapitel unterteilt. Jedes Kapitel zeigt Bilder zu einem ganz bestimmten Themengebiet.

Kapitel 1 „Mit List und Wolle: Parzen, Penelope und Ariadne“ zeigt Bilder mit handarbeitenden Frauen, die der Sagen- und Götterwelt zuzuschreiben sind.

Kapitel 2 „Himmlische Fäden: Eva, Maria und Elisabeth“ hat die Bilder vereint, die biblischen Hintergrund haben.

Kapitel 3 „Süßer Fleiß: Fürstin, Hausfrau, Bürgersmädchen“ zeigt Bilder durch die Gesellschaftsschichten; Frauen die aus Unterhaltung zur Nadel greifen oder aber, um als sittsame Frau nicht dem Müßiggang zum Opfer zu fallen.

Kapitel 4 „Zum Sterben zu viel: Näherinnen und Waisenmädchen“; hier wird gezeigt, dass es nicht nur ein Zeitvertreib war zu handarbeiten, sondern auch zur Deckung des Lebensunterhaltes diente.

Kapitel 5 „Tugend in Gefahr: Umworben und Verführt“ zeigt Bilder die einen zweiten Blick lohnen, denn es verbirgt sich immer eine kleine Liebelei oder eine heimliche Liebe dahinter.

Kapitel 6 „Verkehrte Welt: spinnende Männer“ – hier sind Bilder gezeigt, in denen die Männer den Faden in der Hand halten.

Kapitel 7 betrachtet die Handarbeit aus kulturhistorischer Sicht.

Mir hat das Lesen in dem Buch sehr viel Spass gemacht und Thomas Blisniewski hat eine sehr angenehme Art zu schreiben, in der er leicht verständlich die einzelnen Bilder erklärt und die Handarbeit in der Geschichte beleuchtet. Die Namen der Künster reichen von Rubens bis Hopper durch die gesamte Bandbreite der Malerei. Viele der Bilder hat man vielleicht schon einmal gesehen, sind sie doch zum Teil sehr berühmt, aber erst die Erklärungen vermögen einem einen klaren Blick auf den eigentlichen Sinn des Bildes zu geben und zu erahnen, was der Maler eigentlich damit sagen will. Kleine Details, die einem beim Betrachten sonst vielleicht nicht so auffallen, werden hier nochmals extra benannt. Auch werden viele kleine, eher unbekannte Details verraten. Oder wusste einer von euch, dass der berühmte Maler August Macke nicht nur Maler, sondern auch Kunsthandwerker war und für seine Frau und deren Mutter und Großmutter viele Stickereien und Webereien entworfen hat?  Ein Buch dass man immer wieder gerne zur Hand nimmt und darin blättert und die wunderbaren Bilder anschaut.

Das Buch ist ein wunderbares Geschenk für jemanden, der selber gerne den Faden in der Hand hält, aber auch für jeden anderen Liebhaber der Malerei.

Erwerben kann man es direkt auf der Seite von Suhrkamp oder in jeder Buchhandlung.

Es grüßt euch aus der Sofaecke

Heike

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